Root Beer: Des Amis liebstes alkoholfreies Getränk

Was für den europäischen Biertrinker eine einzige Geschmackstortur ist, erfreut den Gaumen des Amerikaners erst so richtig: Root Beer gehört zu den USA wie Hamburger, Coca Cola und Elvis Presley. Dabei hat Root Beer nur wenig mit Bier zu tun.

Root Beer, zu deutsch etwa Wurzelbier, ist in Nordamerika so weit verbreitet wie Coca Cola. In jedem Pub, an jeder Tankstelle oder Diner in den USA oder Kanada kann man das bitter-süßlich schmeckende Gebräu bestellen.

Root Beer: Das Bier gibt es nur im Namen

Ein Europäer, der allerdings etwas bierähnliches erwartet, wird ebenso bitter-süßlich vom nach Apothekenschrank schmeckenden Bier enttäuscht werden. Wer zum ersten Mal Root Beer nippt, möchte am liebsten schnell den Raum verlassen. Doch wie bei vielen extremen Geschmacksrichtungen kann das eigenwillig schmeckende Getränk auch eine gewisse Abhängigkeit hervorrufen.
Amerikaner lieben jedenfalls ihr Wurzelbier als Bierersatz, denn das mit Kohlensäure versetzte Getränk ist alkoholfrei und kann bedenkenlos von Autofahrern getrunken werden. Ẃegen der strengen Alkoholgesetze gehört das Getränk zu den viel bestellten Pub-Drinks. Manchmal wird es in Deutschland auch mit Malzbier verglichen, enthält aber im Gegensatz zu der in Deutschland bekannten alkoholfreien Biersorte kein Gerstenmalz.

Wurzelbier aus der Apotheke

In den USA hat das Brauen von Erfrischungsgetränken aus Heilpflanzen eine lange Tradition. Urspünglich wurde Root Beer um 1817 erstmals aus Pflanzenwurzeln hergestellt und ähnlich wie Cola in Apotheken als Stärkungsmittel verkauft. Zunächst wurde Öl aus der Wurzelrinde von dem in Nordamerika weit verbreiteten Sassafrasbaum (Sassafras albidum) auch Fenchelholzbaum oder Nelkenzimtbaum genannt, gewonnen.

Doch nachdem die Sassafraswurzel und der darin enthaltene Aromastoff Safrol in Verdacht geriet, krebserregend zu wirken, musste das Herstellungsverfahren verändert werden. Heute wird Sassafrasöl ohne Safrol weitgehend künstlich gewonnen. Der stark süßliche Geschmack bestimmt in erheblichem Maße den typischen Geschmack von Root Beer.

Bier aus Birke, Wacholder oder Ingwer

Außerdem werden je nach Braurezept andere Pflanzenbestandteile wie Birkenrinde und -saft (Birch Beer), Ingwerwurzeln (Ginger Beer), Wacholderbeeren, Hopfen, Vanille, Sarsaparilla oder Süßholz beigefügt. Gebraut wird das Bier wie andere Biersorten auch: Die Inhaltsstoffe werden gekocht, um die Stärke für die Hefe vorzubereiten. Dann wird die Hefe hinzugefügt und der Gärprozess abgewartet.
Es können noch weitere geschmacksbildende Pflanzen als Aromastoffe beigemengt werden. Allerdings ist nur die gegorene Stärke dafür verantwortlich, das aus dem Gebräu etwas bierähnliches entsteht. Neben Cola, 7-Up und Soda gehört das Kräuterbier zu den beliebtesten Soft-Drinks.

Einige Marken tragen nur Abkürzungen oder Namen ihrer Erfinder wie das seit den 1920ern weit verbreitete A&W. Es steht für die Unternehmer Roy Allen und Frank Wright und verbindet die beiden ersten Buchstaben der Nachnamen. Außer A&W existieren weit über 100 verschiedene Rootbeer-Sorten.

Alkoholfreie Biere aus Pflanzen gehören zu beliebten Soft-Drinks in Nordamerika

Bierersatz als alkoholfreier Soft-Drink ist in den USA und Kanada sehr begehrt. In weiten Kreisen der Bevölkerung wird Alkoholkonsum ähnlich wie Drogensucht als in höchstem Maße ungesund angesehen. Das liegt zum einen an Erkrankungen bedingt durch Alkohol als auch an der Art des Konsumierens.

Anders als etwa Kulturen mit langer Weinbautradition, wie rund ums Mittelmeer, wo in jahrtausendealter Tradition Alkohol maßvoll und zum Essen getrunken wird. Dagegen geht in angelsächsischen Kulturen der Alkoholkonsum schnell in den Missbrauch über. Auch aus diesem Grund wurden Verbote wie Prohibition und Sperrstunden für Pubs wie in England zum Schutz der Bevölkerung vor Alkoholsucht eingeführt. Etwa zwölf Prozent der Erwachsenen in den USA haben Probleme mit Alkoholabhängigkeit.

Alkoholfreie Braugetränke helfen die Verbeitung von Erkrankungen bedingt durch Alkohol wie Leberzirrhose, Nervenerkrankungen oder Krebs zu verhindern.