Beiträge vom: Januar, 2008

Autor: Ariane

Die Trappisten gehören zum Orden der Zisterzienser. Diese Mönche folgen der Regel des Heiligen Benedikt aus dem 6. Jahrhundert und berufen sich auf die Abtei Nôtre Dame de la Trappe in der Normandie, von der sich auch ihr Name herleitet. Heutzutage ist der Name der Trappisten auch für Bierkenner ein Begriff.

Mehr als 20 Sorten Bier stellen die Trappisten-Mönche her ©trappistenfeesten.be

Der Ursprung der Bier brauenden Trappisten geht auf eine Reform zurück, nach der den Mönchen der Konsum von Bier erlaubt war, wenn sich das örtliche Wasser als ungenießbar erwies. Da dies in den größten Teilen Europas während des Mittelalters durchaus der Fall war und außer Wasser nur Milch, mehr oder weniger ein Luxusartikel, als nicht alkoholisches Getränk zur Verfügung stand, durften die Mönche also Bier genießen. Und begannen recht schnell, dieses in eigenen Klosterbrauereien herzustellen.

Dieses Bier erlangte bald auch außerhalb der Klostermauern einen hervorragenden Ruf und im 20. Jahrhundert war es bereits so populär, dass man die Bezeichnung “Trappistenbier” 1962 gesetzlich schützen lassen musste, um etlichen Nachahmern das Handwerk zu legen.

Als Trappistenbier darf sich seitdem nur ein Bier bezeichnen, welches unter der strengen Aufsicht von Trappisten-Mönchen in einem Zisterzienserkloster gebraut worden ist.

In Belgien gibt es heute noch 12 Trappisten-Kloster, davon sechs für Mönche und sechs für Frauen. In den Niederlanden gibt es ein weiteres Trappisten-Kloster. Alle Klöster produzieren zusammen über mehr als 20 Sorten Trappistenbier.

Gebraut wird in keinem der Kloster nach industriellen Maßstäben.
Beispielsweise produziert das Trappisten-Kloster Rochefort in Belgien pro Jahr etwa 20.000 Hektoliter Bier- verkauft werden könnte ein vielfaches dieser Menge, europaweit.
Die Nachfrage übersteigt die Produktion sämtlicher Trappisten-Kloster bei weitem.
Aber die Mönche verweigern sich. “Der Mönch ist zuerst Mönch, dann Brauer”, so die allgemeine Auffassung.
Die Klosterruhe würde gestört werden, falls man die Produktion erhöhen würde. Und es ist auch nicht Kloster-Aufgabe, des Menschen Gier nach mehr zu befriedigen, dies stünde in krassem Gegensatz zu den Geboten der Trappisten. Jedoch sei es durchaus Aufgabe der Mönche, selbst für ihren Unterhalt zu sorgen. Als Geschäftsleute produzieren und vertreiben sie das traditionelle Bier und für den eigenen Unterhalt sorgen die Mengen, die verkauft werden, alle mal. Die bekannteste Trappisten-Brauerei ist die von Chimay, die mittlerweile 145.000 Hektoliter im Jahr produziert und den größten Anteil in den Export gibt.

Die ältesten Rezepte stammen aus dem Jahr 1595 und in den Original-Aufzeichnungen findet man bereits den Satz “Du findest Gott in der Brauerei”.

Die Ausgangsstoffe -verschiedene Sorten Gerste, Stärke, Zucker und Wasser- werden bei 18 bis 27 Grad einer Obergärung und hernach einer Flaschengärung unterzogen. Dabei legen die oft schon betagten Mönche nur noch selten selbst Hand an, sondern vertrauen auf bürgerliche Fachkräfte. Auf die Einhaltung der Grundprinzipien wird dennoch streng geachtet: Das Bier muss im Kloster gebraut werden, die Aufsicht führen stets die Mönche selbst, der Großteil des Erlöses wird für wohltätige Zwecke verwendet. Der Rest geht in den eigenen Unterhalt.    [...mehr]


Autor: Ariane

Sehr geiles Video, sehr geiler Song :-D



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Autor: Ariane

Was es beim Wein schon lange gibt, hat nun auch in der Bierbranche Einzug gehalten. Bierkellner können sich per Schulung zum diplomierten Biersommelier ausbilden lassen.

Der Sommelier (frz.: Mundschenk) ist ein alter und ehrwürdiger Beruf.
Einst Vorkoster an adligen Höfen, gewährleistet der Sommlier heute die fachmännische Beratung von Gästen und Gastwirten. Von Weinsommelieren hat beinahe jeder schon einmal gehört, sie gibt es schon lange. Der Beruf des Biersommeliers ist hingegen deutlich jünger: Ihn gibt es erst seit dem Ende der 90er Jahr.

Der Biersommelier achtet darauf, dass die Bierwahl zur Speise passt und dass die Regeln des Geschmacks gewahrt werden, zum Beispiel, dass kein helles Bier nach einem dunklen verköstigt wird, dass Kölsch nicht zu Schweinebraten passt oder dass man seinen Eiskaffee auch mal ohne Kaffee und dafür mit Bier genießen kann.
Neben der Beratung des Gastes und der Durchführung fachgerechter Verköstigungen ist der Biersommelier auch für die Hygiene an der Zapfanlage, die Überwachung der korrekten Ausschankmenge und der Temperatur, die Beratung des Wirts bei der Auswahl geeigneter Biergläser und natürlich den Biereinkauf verantwortlich.

Eine offizielle oder einheitliche Ausbildung für den jungen Beruf des Biersommeliers gibt es bis heute ebenso wenig wie eine einheitliche Zertifizierung. Vereinzelt bieten Brauereien Lehrgänge an, man kann jedoch auch an einem Seminar an der Doemens Akademie München oder bei der österreichischen Bierinteressensgemeinschaft teilnehmen. Wer neugierig geworden ist, findet auf der Homepage der Biersommeliere nähere Informationen.

Insbesondere in der Erlebnisgastronomie sind Biersommeliere auf dem Vormarsch ©theotherway/ Flickr

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Autor: Ariane

Leckere Gerichte mit Bier zaubern? Kein Problem! Und damit meine ich nicht, dass ihr euch etwas schön trinken sollt, sondern es geht tatsächlich ums Essen zubereiten :-)

Messer und Gabel können schonmal poliert werden... ©KevinDooley/Flickr

Wie wärs denn beispielsweise mal, wenn ihr eurer Liebsten oder eurem Liebsten ein schmackhaftes Drei-Gänge-Dinner zaubert? Auch unter Zuhilfenahme von Bier, welches ja ohnehin schön macht, kann man leichte und leckere Speisen zaubern. Und das eine oder andere Gläschen zu trinken dürfte dabei dann auch noch drin sein ;-)

Mein heutiger Menü-Vorschlag sieht folgendermaßen aus:
Als Vorspeise ein schöner Feldsalat mit Pilsdressing, hernach Lachsröllchen mit Wasabi-Roggenbier-Quark und zum Dessert gibt es Salvatorcreme.

Vorspeise: Feldsalat mit Pilsdressing
Zutaten für den Salat:

  • Feldsalat
  • Wasserkresse
  • Löwenzahn
  • Radicchio
  • 200 g Austernpilze
  • 4 Scheiben Toastbrot
  • Butter

Zutaten für das Dressing:

  • 150 ml Pils
  • 60 ml Balsamico-Essig
  • 40 ml Olivenöl
  • 40 ml Kernöl
  • 1 Tl. Senf
  • etwas Knoblauch
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Die Zutaten für das Dressing mit einem Stabmixer gut miteinander verrühren.

Feldsalat: günstig, gesund und leicht ©thomas_nk/FlickrSalate putzen, mischen, waschen und trocknen.
Toastbrot entrinden und das Brot würfeln.
In einer Pfanne Butter zergehen lassen, darin die Brotwürfelchen goldgelb braten, auf Küchenrolle abtupfen.
An den Austernpilzen den dicken Stiel herausschneiden.
Die Pilze in breite Streifen schneiden.
In einer Pfanne Butter erhitzen und die Pilze braten.
Mit Salz und Pfeffer würzen. Auf Tellern anrichten.
Die Salate mit dem Dressing marinieren und zu den Pilzen legen.
Die Brotwürfel darüber streuen.

Hauptspeise: Lachsröllchen mit Wasabi-Roggenbier-Quark Lachsröllchen und Wasabi, eine tolle Kombination ©adactio/Flickr

  • 250 g geräucherte Lachsscheiben
  • 250 g Quark
  • 25 g Roggenbier
  • 1 EL fein geschnittenen Dill
  • 1 TL grüne Wasabi-Paste
  • 2 EL Forellenkaviar

Den Quark mit den Zutaten vorsichtig verrühren.
Die Lachsscheiben damit füllen und gleichmäßig rollen.

Dessert: Salvatorcreme

  • 200 g Crème double
  • 160 g Salvator (Starkbier)
  • 200 g geschlagene Sahne
  • 30 g Ahornsirup
  • 6 EL Gelatine

Crème double mit Ahornsirup halb schaumig schlagen, eingeweichte Gelatine in etwas Salvatorbier auflösen und mit dem restlichen Bier in die Crème einlaufen lassen. Die geschlagene Sahne unterheben und in Gläser abfüllen. Einige Stunden kalt stellen.

 

Na dann: Guten Appetit!


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Autor: Ariane

Was man so alles im Internet finden kann, ist schon erstaunlich.

Ok, wirklich Neues ist nicht dabei und Methode 15 muss ich aufs schärfste verurteilen, aber unterhaltsam sind die Jungs definitiv!

Mich stimmt das ja irgendwie nachdenklich: Was früher nur ein netter Zeitvertreib für lahme Samstagabende war, hat heutzutage schon das Zeug fürs Fernsehen. Hätte man mir das mal erzählt, als ich noch Teenie war, ich wäre heute ein Star!

Also es geht ja nichts über ein schöne kühles Bierchen, aber meine Beisser sind mir dann doch dafür zu schade- ich meine, rechnet euch doch mal aus, wie teuer eine Zahnkrone ist und wieviel Bier man davon kaufen könnte. Das wär doch blanker Irrsinn!
Aber die Papier-Faltmethode gefällt mir gut. Die merk ich mir :-) Und ansonsten bin ich eben Spießer. Ein wahrer Bierfreund hat überall seine Öffner ;-)

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Autor: Ariane

Auf Wunsch eines einzelnen Herren möchte ich mich heute mal mit einer rheinischen Spezialität befassen, nämlich dem Kölsch. Soll ja niemand sagen, dass ich den Wünschen meiner Leser nicht nachkomme ;-)

FrühKölsch, der Klassiker unter den Kölsch-Brauhäusern ©superburschi/Flick

Als Europa sich noch im tiefsten, schwärzesten Mittelalter befand, leuchtete in einer Stadt am Rhein bereits die goldene Zukunft. Schon im Jahr 873 wusste man in Köln, wie Bier gebraut wird. Freilich, mit dem heutigen Kölsch hatte das, was man damals zusammenbraute, wenig zu tun. Das Gruitbier (Kräuterbier), welches seit dem 9. Jahrhundert in Köln gebraut wurde, hatte noch eine vollkommen andere Zusammensetzung. Hopfen war damals noch nicht bekannt, stattdessen benutzte man verschiedenste Kräuter, zum Beispiel Schafgarbe, Eichenrinde, diverse Wurzeln, Rosmarin, Kümmel, Anis, Ingwer, Wacholder und und und… Und bereits auf dieses erste Bier wurde eine Steuer erhoben, die Gruitsteuer. Die wussten eben schon damals, was gut ist und womit man verdienen kann ;-)
Im 13. Jahrhundert gab es dann schon das Kölner Brauamt und weitere 100 Jahre später die Brauer-Kooperation. Letztere ist bis heute für die Kölner Geschichte äußerst wichtig, unterzeichnete doch eben jene Brauer-Kooperation 1396 den “Verbundbrief” Gaffel-Kölsch im traditionellen Kölsch-Kranz serviert ©Gaffel und damit die erste demokratische Verfassung einer deutschen Stadt. Köln wurde, nicht zuletzt durch die Errichtung des mächtigen Doms, zunehmend zu einer klerikalen Stadt mit vielen Klöstern, Bischöfen und dergleichen und die Kirche hatte immer mehr Macht. Um ein Gegengewicht herzustellen, schlossen sich die mittelständischen Kaufleute Kölns gemeinsam mit den Handwerkern im 14. Jahrhundert zu politischen Vereinigungen zusammen, zu sogenannten “Gaffeln”. Der Kölsch-Kenner wird jetzt mit einem “Ahhhhhhhhhhhha!” reagieren.
Aber hier gehts ja um Bier, nicht um Politik ;-)…..

Im 15. Jahrhundert wurde dann endlich der Hopfen für das Bier entdeckt und die ersten Brauer-Streitigkeiten mischten Köln auf. Das neue Hopfenbier, Keutebier genannt, war viel länger haltbar als das Gruitbier, schmackhafter- und auf Hopfen entfielen auch keine Steuern. Das gefiel nun natürlich weder den alteingesessenen Brauern, die noch immer auf Gruitbier setzten, noch der Obrigkeit, die nun weniger Steuern einnehmen konnte. Also folgte bald auch auf Keutebier die Steuer.
Im 16. Jahrhundert, als überall in deutschen Landen zunehmend auch untergäriges Bier gebraut wurde (Vorteil: bei geringerer Temperatur herzustellen, Nachteil: verdirbt schneller), tanzte Köln mal wieder aus der Reihe, denn hier setzte sich diese Brauweise nicht durch.
Und das ist auch bis heute so geblieben. ;-)
Dennoch war der Weg zum heutigen Kölsch noch lang, etwa 300 Jahre, um genau zu sein.

Im 19. Jahrhundert wurde erstmals das “Wiess” gebräut, ein obergäriges, trübes (weil ungefiltertes) Bier und der offizielle Vorgänger vom Kölsch. Das erste echte “Kölsch” wurde laut Garde-Brauerei bereits 1892 in Dormagen gebraut. Doch hier scheiden sich die Geister und streiten die (Bier)Historiker.
Verbrieft ist hingegen, dass in der Sünner-Brauerei seit 1906 helles, obergäriges Bier gebraut wurde, welches ab 1918 erstmals unter dem Namen “Kölsch” in den Handel kam.

Der ewige Zank zwischen Düsseldorf und Köln um das ´wahre Bier`wird wohl so bald nicht beendet sein... Kölsch ist ein helles, obergäriges Bier mit etwa 11,3 Prozent Stammwürze und durchschnittlich 4,9 Prozent Alkoholanteil. Es ist nah verwandt mit dem ebenfalls obergärig gebrauten Altbier , welches allerdings im Gegensatz zum hellen Kölsch mit dunklerer Malze hergestellt wird und etwas herber schmeckt. Welches der beiden Biere besser schmeckt, ist seit nun fast 100 Jahren ein ewiges Streitthema zwischen Kölnern und Düsseldorfern. Mir persönlich liegt ja eher das Kölsch, da ich Altbier seltsamerweise mit Fußgeruch assoziere.
Aber es gibt auch genügend Vertreter (meist von linker Rheinseite), die der Meinung sind, Kölsch wird gaaaaanz anders gebraut….

Traditionell wird das Kölsch aus einem schmalen, dünnen Glas mit 0,2l Fassungsvermögen getrunken, welches auch als “Stange” bezeichnet wird. In manchen Gasthäusern kann man heute auch noch ein “Stößchen”, infamer Weise von einigen auch als “Weiberkölsch” bezeichnet, ordern. Das wird dann in einem 0,1l-Glas serviert. Ein Stößchen ist also eine halbe Stange, kostet allerdings nicht den halben Preis ;-)
Dass so wenig Inhalt in eine Stange passt, schmeckt heute leider vielen Wirten nicht mehr, sodass in weniger traditionsbewussten Lokalen heute auch 0,5l-Stangen anzutreffen sind. Skandalös, wenn ihr mich fragt, und unter Kennern verpönt.

Wie fast alle obergärigen Biere entwickelt auch das Kölsch seinen vollen Geschmack erst ab einer bestimmten temperatur, sodass es meist mit acht bis zehn Grad serviert wird.

Wer sein Bier “Kölsch” nennen darf, ist in Anlehnung an das strenge Reinheitsgebot ebenso streng geregelt, und zwar in den Kölsch-Konventionen von 1985.

Im Sinne der Konvention ist Kölsch

  • ein Vollbier,
  • obergärig,
  • hell,
  • blank, also gefiltert und klar,
  • schlank, also hochvergoren, trocken, wenig vollmundig oder malzig,
  • hopfenbetont,
  • filtriert (nicht-filtriertes Bier muss ausdrücklich als “hefetrüb”, “naturtrüb” oder “unfiltriert” ausgewiesen werden!),
  • ausschließlich in Köln herzustellen (ausgenommen sind Brauereien außerhalb des Stadtgebiets von Köln, die an der Bezeichnung „Kölsch“ bereits vor Inkrafttreten der Konvention einen wertvollen Besitzstand erworben hatten).

Drei große Marken teilen sich etwa 60 Prozent des Kölsch-Umsatzes, nämlich Gaffel, Früh und Reissdorf. Der Rest verteilt sich unter den mehr als 30 kleineren Kölsch-Brauereien, zu denen beispielsweise Küppers, Mühlen oder Sünner gehören.

1997 wurde das Kölsch von der EU in den Kreis geschützter regionaler Spezialitäten aufgenommen und genießt damit nun eine ebenso geschützt Herkunftsbezeichnung wie der Champagner oder auch der Cognac.

Der Kölner Kölsch-Kellner wird auch “Köbes” genannt und serviert das Kölsch häufig mit einem Kranz, einem runden Behältnis für bis zu 18 Stangen. Der gute Mann, der das lecker Bierchen frisch zapft, ist der “Zappes”.

Wer noch mehr über das Kölsch erfahren möchte, wird im Koeln-Net fündig.

Eine schöne Tradition ist es auch, dass man in guten Lokalen und Brauhäusern ungefragt ein weiteres Kölsch serviert bekommt, sobald die Stange geleert ist- es sei denn, man platziert einen Bierdeckel auf dem Glas. Und legendär ist es selbstverständlich, sich mal bei einem gemütlichen Abend in einem Düsseldorfer Brauhaus ein leckeres Kölsch zu bestellen.
Aber nicht den Verbandskasten vergessen, ne? ;)



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Autor: Ariane

A Maaß Augustiner ©wikimedia Und da heißt es doch immer, Augustiner verzichte bewusst auf Werbung im öffentlichen Raum, um auch weiterhin als traditionsbewusstes, bodenständiges und “nicht-kapitalistisches” Unternehmen wahrgenommen zu werden. Wobei, mal unter uns, wenn man sich die Verkaufszahlen mal so anschaut, zumindest in Bayern kann ich mir beim besten Willen keinen verkaufsfördernden Effekt durch Werbung vorstellen, so erfolgreich ist das Augustiner-Bräu (welches übrigens im 14. Jahrhundert in einem Kloster der Augustiner-Mönche erstmals zusammengebraut wurde) ;)

Stellt sich nun trotzdem die Frage: ist das Internet kein öffentlicher Raum oder haben sich hier ein paar hochbegabte Spaßvögel einen Scherz erlaubt? Ich habe hier nämlich ein kleines Fundstück, welches dem „Keine Werbung“- Motto ein bisschen widerspricht.
Egal, lustig ist es allemal, drum einfach mal anklicken, Ton aufdrehen und zurücklehnen

Und wo wir schon bei den Bayern sind: Die Bayern sind ja, besonders was Bier angeht, wirklich einfallsreich und deswegen wird es zu Ehren diesen sonderbaren Völkchens jenseits des Weißwurstäquators nun eine neue Kategorie hier bei nurbier.de geben.
Und zwar eine Kategorie für Bayrische Biergerichte.

Bayern hat noch mehr Gerichte zu bieten als Brezn und Weisswurscht ©wikimedia

Wenn oana melka wui an Stier
a Wasser liaba suaft ois Bia
mit Messa und Gabel d´Weisswürscht frisst,
beim Kammerfensterln d´Leita vagisst
und sagt des is a Gams, dawei is a Goiss,
an jeden Dreck vui besser woass,
dann bleib ganz ruhig, tua de nix scheißn,
des san koane Menschen…..des san Preißn!    [...mehr]


Autor: Ariane

Ich bin ja der Meinung, wenn man Bier nicht nur einfach trinken, sondern genießen will, muss man auch ein wenig über die Theorie wissen ;-) Dementsprechend folgt nun eine kleine Theorie-Lektion zum Thema Stammwürze.


Biergenuß mit Hintergrundwissen ist doppelter Genuß ©surfstyle/Flickr

Die Stammwürze, auch Stammwürzgehalt genannt, ist eine Maßeinheit im Bereich des Bierbrauens. Sie bezeichnet den Anteil der Stoffe, die sich vor der Gärung aus dem Hopfen und dem Malz im Wasser gelöst haben. Stammwürze besteht hauptsächlich aus Malzzucker, Eiweiß, Vitaminen und Aromastoffen.

Die Würze hat für die Bierherstellung die gleiche Bedeutung wie Traubensaft für die Herstellung von Wein: aus Traubensaft wird Wein, aus Bierwürze wird durch Gärung (unter Zugabe von Hefe) Bier. Der Stammwürzgehalt ist deswegen der Haupteinflußfaktor für den späteren Alkoholgehalt und den Nähwert des Bieres. Nachdem die Hefe während des Brauprozesses hinzugegeben wird, vergärt die Stammwürze zu etwa einem Drittel zu Alkohol, zu einem weiteren Drittel zu Kohlensäure und das letzte Drittel ist ein unvergärbarer Restextrakt.

Hat ein Bier nun zum Beispiel 11 Prozent Stammwürzgehalt, so heisst das: 1100 Gramm, also rund ein Liter, Bierwürze enthielt vor dem Gärprozess etwa 110 Gramm Stammwürze (also Malzzucker, Vitamine, Eiweiß, Aroma und Mineralien).
Ihr seht, dieser Prozentsatz hat absolut nichts mit dem Alkoholanteil zu tun, auch wenn er diesen bedingt.

Die genaueste Analysemethode, um die Stammwürze von Bier im Nachhinein zu bestimmen, ist die Destillationsanalyse. Durch sie kann mit Hilfe der Ballingformel die Stammwürze errechnet und somit die Biersteuer bestimmt werden.

p= 2{,}0665 \cdot \frac{m_{\rm alc} + E_w }{ (100 + m_{\rm alc}) \cdot 1{,}0665}

Wichtig ist der Stammwürzgehalt also auch für die Besteuerung des Bieres (ich weiss, ich weiss, darauf könnten wir alle ganz gut verzichten ;-) ).

Hierbei werden verschiedene Gattungen von Bieren unterschieden:

  • Einfachbiere mit einer Stammwürze von unter 7 Prozent
  • Schankbiere mit einer Stammwürze ab 7 Prozent bis unter 11 Prozent
  • Vollbiere mit einer Stammwürze ab 11 Prozent bis unter 16 Prozent
  • Starkbiere ab einer Stammwürze von 16 Prozent oder mehr

Je höher die Stammwürze, desto höher logischerweise der Alkoholanteil (ihr erinnert euch, ein Drittel der Stammwürze wird zu Alkohol vergoren) und je höher der Alkoholanteil, desto höher die Steuer.

Ein leckeres Pilsener hat zum Beispiel zwischen elf und 12,3 Prozent Stammwürzgehalt, eine Berliner Weisse etwa sieben bis acht Prozent, ein Kölsch um die 11,3 Prozent und Doppelbock gehört mit mächtigen 18 Prozent zu den Starkbieren.

So, genug der trockenen Theorie. Her mit der Praxis!


Nach der trockenen Theorie nun ein kühles Blondes. Prost! ©cell105/Flickr


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Autor: Ariane

Naja, nicht direkt Bier ist es, was schön macht und ich rede auch nicht davon, dass nach fünf Bierchen nahezu alles schön aussieht :-) Nein, nun ist es wissenschaftlich erwiesen: Bierhefe macht schön.

Bierhefe besteht aus vielen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen und ist so das beste Nahrungsergänzungsmittel aus reiner Natur, erzählt der Berliner Ernährungsexperte Sven-David Müller-Nothmann. Sie ist ein sehr hochwertiges Abfallprodukt, welches bei der Bierproduktion anfällt. Die Bierhefe enthält 16 Aminosäuren, 15 Mineralien und Spurenelemente, darunter Selen, Natrium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Zink und Kupfer sowie lebenswichtige Vitamine des B-Komplexes.

Bereits in Mesopotamien und im Alten Ägypten wurde der Schlamm des Bieres als medizinisches Heilmittel eingesetzt.
Wurde die Bierhefe früher vor allem äußerlich als Umschlag bei Wunden und Juckreiz verwendet, so steht heute eher die innerliche Anwendung im Vordergrund. Bierhefe kann verwendet werden bei Ekzemen, Flechten, Pusteln sowie nässenden und juckenden Ausschlägen. Ebenso wirksam ist sie bei Hautpilzerkrankungen, sie regt das Haarwachstum an und macht die Haare glänzend und seidig, verbessert das Hautbild und sorgt für kräftige, gesunde Fingernägel. Und das nicht nur bei Mann und Frau, nein, das Haustier profitiert auch noch davon.

Und dabei ist Bierhefe auch noch fettarm und cholesterinfrei und somit bei einer Diät das perfekte Nahrungsergänzungsmittel, denn sie regt zusätzlich den Stoffwechsel an, reguliert das Hungerempfinden, aktiviert die Magensäfte und hält den Blutzucker auf einem konstanten Level, weswegen sie in der Medizin häufig bei Diabetes angewandt wird.

Bier macht schön

Hilfreich ist die Bierhefe auch bei Konzentrationsschwierigkeiten, Stress, Erschöpfung, Müdigkeit und zur Stärkung der Nerven.

Erforscht wurde die Bierhefe erst in der jüngsten Vergangenheit, denn es handelt sich hierbei um kugelige, einzellige Hefepilze, die zur Gattung Saccharomyces gehören und somit Mikroorganismen sind. Erst durch die Erfindung des Mikroskops und eine 800fache Vergrößerung konnten diese Kleinstlebewesen nachgewiesen werden, womit mein heißer Dank an Louis Pasteur geht.

Somit haben wir wieder den Beleg, dass Bier eben nicht nur schmeckt, sondern Medizin und Wundermittel ist. Also, Mädels, lasst eure teuren Cremes und Kosmetika im Laden und liebe Männer, weg mit Toupet, teurem Haarwuchsmittel und noch teureren Schlanksheitsprodukten! Kauft euch lieber in der Drogerie oder Apotheke für rund vier Euro eine Packung Bierhefe, die es als Flocken, Kapseln und Tabletten gibt. Oder trinkt einfach Hefeweizen, ich geh mich dann auch mal noch schöner machen… :)

Bier macht schön

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Autor: Ariane

Nee, Berlin ist es nicht. Leider leider… :(

Stattdessen fragt man sich bei der ZEIT, ob denn nun München oder Dortmund die Stadt ist, in der am meisten gebraut wird. Und siehe da, ein kluger Kopf hat mal eine Deutschlandkarte zur Hand genommen und alle Brauereien eingezeichnet.
Herausgekommen ist dabei erstens die Deutschlandkarte der Brauereien und zweitens, dass man eigentlich ganz Franken zur Bierhauptstadt ernennen müsste. Die Erklärung folgt auch sogleich, nämlich in Form einer kleinen Geschichtsstunde.

Kloster

In Franken gab es im Mittelalter besonders viele Klöster und eben dort wurde das Bier gebraut. Das erste Kloster, welches eine eigene Brauerei hatte, war das Benediktinerkloster in St. Gallen/ Schweiz im Jahr 820. Frei nach dem Motto “Wer hat’s erfunden?” ;-)

Klosterbrauereien waren im Grunde die ersten großen Unternehmen und viele davon existieren auf die eine oder andere Weise sogar heute noch, wie z.B. Weihenstephan. Starkbier wurde für die Fastenzeit gebraut, denn es galt “liquida non frangung ieunum” - “was flüssig ist, bricht kein Fasten”. Leichteres Bier galt als Grundnahrungsmittel und wurde an die umliegenden Ortschaften verkauft.

Da die Klöster nicht nur Zentren des Bierbrauens, sondern auch der Heilkünste und Medizin waren, versuchte man unermüdlich, beides zu kombinieren. Hildegard von Bingen empfahl kräftig gewürztes Bier als Heilmittel, besonders für die Schwermütigen, um “ihren Mut zu heben und den Leib zu kräftigen”. Paracelsus, ein besonders kluger Kopf, wenn ihr mich fragt, wusste: “Bier ist eine göttliche Medizin gegen die Krankheit”, und empfahl es gleich gegen alles mögliche, von Herzbeschwerden über Ohrenschmerzen bis hin zur Schwindsucht. Und auch Martin Luther erkannte ganz weise: “Wer kein Bier hat, hat auch nichts zu saufen!”

Die Klöster wandelten und verbesserten die bis dato überlieferten Rezepturen. Hopfen wurde hinzugefügt, gab dem Bier den leichten bitteren Geschmack und verlängerte die Haltbarkeit. Altertümliche und oft Übelkeit hervorrufende Gewürze wie Rosmarin, Efeu und Eicheln wurden hingegen aus den Rezepten gestrichen. Bis 1516 waren die Rezepturen soweit perfektioniert, dass das Reinheitsgebot erlassen wurde.

Also, alles ganz logisch: wo viele Klöster, da viel Bier. Im Mittelalter und auch heute noch. :) Und ich weiss jetzt, wo ich meinen nächsten Urlaub verbringen werde. Prost!

Mönch mit Bier ©www.abseits.de

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