» Licher

Autor: Ariane

Ok, ich gebs zu, ich tu ja auch manches für ein leckeres Bierchen zur rechten Zeit, aber gleich kriminell werden…? Da muss ich doch gleich mal gucken, was das für ein Bier ist :-)

Entdeckt im mittelhessischen “Weilburger Tageblatt”:

Weilmünster-Möttau. (red). Einen Sachschaden in Höhe von rund 1000 Euro haben Autoknacker am Mittwoch auf dem Parkplatz am Möttauer Weiher angerichtet.

Nach Angaben der Polizei schlugen die Unbekannten zwischen 15 und 16 Uhr die Seitenscheibe eines blauen Opel Corsa ein, der dort abgestellt war und klauten aus dem Fußraum hinter dem Beifahrersitz zwei Sechserpack Licher Bier. Darunter lag zudem eine braune Ledertasche mit messingfarbenen Lederstreifen.

Licher PilsnerHm, Licher Bier. Da hab ich doch direkt mal beim nächsten Einkauf die Getränkeabteilung näher inspiziert und siehe da- eine Flasche Holunder-Weizen-Mix (quasi das alkoholhaltige Pendant zur Bionade), ein Weizen Licher Weizen und ein klassisches Pilsner wanderten in meinen Einkaufswagen. Zugegebenermaßen war das Angebot hier auch auf diese Sorten begrenzt, aber der Website der Licher Brauerei kann man entnehmen, dass noch einiges mehr zum Sortiment gehört.

Kurz zu den Fakten. Die Licher Brauerei ist mit mehr als 250 Angestellten der größte Arbeitgeber in Lich und laut Website und somit eigener Aussage stark engagiert im Naturschutz (es werden zum Beispiel Stipendien vergeben für den Naturschutz betreffende Diplomarbeiten) und im regionalen Sport. Das Licher Bier ist mit Abstand Marktführer in Hessen und gehört zu den 20 umsatzträchtigsten Biersorten in Deutschland.

Seit 2004 gehört die Brauerei der Bitburger Holding an. Die Licher Brauerei ist eine der letzten Brauereien mit eigenen Stallungen und Brauereipferden. Also eine Kombination aus hochmodern und klassisch-traditionell, genau wie das Getränkesortiment.

Der Holunder-Weizen-Mix war für meinen Geschmack etwas sehr kohlensäurelastig, aber lecker fruchtig; eisgekühlt bestimmt das ideale Getränk für heiße Sommerabende. :-) Das Licher Pilsner, da fällt mir nur ein: TOP. Gehört auf jeden Fall zu meinen Top Ten der schmackhaftesten Pils-Sorten. Angenehm mild, was natürlich die Liebhaber der herben Pilsner eher stören dürfte. Aber da gibt es definitiv noch mildere Sorten, insofern haben wir beim Licher ein gutes Mittelmaß.

Da haben die Diebe ja wenigstens etwas Geschmack bewiesen - wenns denn schon ein Opel sein musste… ;)

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Autor: Ariane

Auf Wunsch eines einzelnen Herren möchte ich mich heute mal mit einer rheinischen Spezialität befassen, nämlich dem Kölsch. Soll ja niemand sagen, dass ich den Wünschen meiner Leser nicht nachkomme ;-)

FrühKölsch, der Klassiker unter den Kölsch-Brauhäusern ©superburschi/Flick

Als Europa sich noch im tiefsten, schwärzesten Mittelalter befand, leuchtete in einer Stadt am Rhein bereits die goldene Zukunft. Schon im Jahr 873 wusste man in Köln, wie Bier gebraut wird. Freilich, mit dem heutigen Kölsch hatte das, was man damals zusammenbraute, wenig zu tun. Das Gruitbier (Kräuterbier), welches seit dem 9. Jahrhundert in Köln gebraut wurde, hatte noch eine vollkommen andere Zusammensetzung. Hopfen war damals noch nicht bekannt, stattdessen benutzte man verschiedenste Kräuter, zum Beispiel Schafgarbe, Eichenrinde, diverse Wurzeln, Rosmarin, Kümmel, Anis, Ingwer, Wacholder und und und… Und bereits auf dieses erste Bier wurde eine Steuer erhoben, die Gruitsteuer. Die wussten eben schon damals, was gut ist und womit man verdienen kann ;-)
Im 13. Jahrhundert gab es dann schon das Kölner Brauamt und weitere 100 Jahre später die Brauer-Kooperation. Letztere ist bis heute für die Kölner Geschichte äußerst wichtig, unterzeichnete doch eben jene Brauer-Kooperation 1396 den “Verbundbrief” Gaffel-Kölsch im traditionellen Kölsch-Kranz serviert ©Gaffel und damit die erste demokratische Verfassung einer deutschen Stadt. Köln wurde, nicht zuletzt durch die Errichtung des mächtigen Doms, zunehmend zu einer klerikalen Stadt mit vielen Klöstern, Bischöfen und dergleichen und die Kirche hatte immer mehr Macht. Um ein Gegengewicht herzustellen, schlossen sich die mittelständischen Kaufleute Kölns gemeinsam mit den Handwerkern im 14. Jahrhundert zu politischen Vereinigungen zusammen, zu sogenannten “Gaffeln”. Der Kölsch-Kenner wird jetzt mit einem “Ahhhhhhhhhhhha!” reagieren.
Aber hier gehts ja um Bier, nicht um Politik ;-)…..

Im 15. Jahrhundert wurde dann endlich der Hopfen für das Bier entdeckt und die ersten Brauer-Streitigkeiten mischten Köln auf. Das neue Hopfenbier, Keutebier genannt, war viel länger haltbar als das Gruitbier, schmackhafter- und auf Hopfen entfielen auch keine Steuern. Das gefiel nun natürlich weder den alteingesessenen Brauern, die noch immer auf Gruitbier setzten, noch der Obrigkeit, die nun weniger Steuern einnehmen konnte. Also folgte bald auch auf Keutebier die Steuer.
Im 16. Jahrhundert, als überall in deutschen Landen zunehmend auch untergäriges Bier gebraut wurde (Vorteil: bei geringerer Temperatur herzustellen, Nachteil: verdirbt schneller), tanzte Köln mal wieder aus der Reihe, denn hier setzte sich diese Brauweise nicht durch.
Und das ist auch bis heute so geblieben. ;-)
Dennoch war der Weg zum heutigen Kölsch noch lang, etwa 300 Jahre, um genau zu sein.

Im 19. Jahrhundert wurde erstmals das “Wiess” gebräut, ein obergäriges, trübes (weil ungefiltertes) Bier und der offizielle Vorgänger vom Kölsch. Das erste echte “Kölsch” wurde laut Garde-Brauerei bereits 1892 in Dormagen gebraut. Doch hier scheiden sich die Geister und streiten die (Bier)Historiker.
Verbrieft ist hingegen, dass in der Sünner-Brauerei seit 1906 helles, obergäriges Bier gebraut wurde, welches ab 1918 erstmals unter dem Namen “Kölsch” in den Handel kam.

Der ewige Zank zwischen Düsseldorf und Köln um das ´wahre Bier`wird wohl so bald nicht beendet sein... Kölsch ist ein helles, obergäriges Bier mit etwa 11,3 Prozent Stammwürze und durchschnittlich 4,9 Prozent Alkoholanteil. Es ist nah verwandt mit dem ebenfalls obergärig gebrauten Altbier , welches allerdings im Gegensatz zum hellen Kölsch mit dunklerer Malze hergestellt wird und etwas herber schmeckt. Welches der beiden Biere besser schmeckt, ist seit nun fast 100 Jahren ein ewiges Streitthema zwischen Kölnern und Düsseldorfern. Mir persönlich liegt ja eher das Kölsch, da ich Altbier seltsamerweise mit Fußgeruch assoziere.
Aber es gibt auch genügend Vertreter (meist von linker Rheinseite), die der Meinung sind, Kölsch wird gaaaaanz anders gebraut….

Traditionell wird das Kölsch aus einem schmalen, dünnen Glas mit 0,2l Fassungsvermögen getrunken, welches auch als “Stange” bezeichnet wird. In manchen Gasthäusern kann man heute auch noch ein “Stößchen”, infamer Weise von einigen auch als “Weiberkölsch” bezeichnet, ordern. Das wird dann in einem 0,1l-Glas serviert. Ein Stößchen ist also eine halbe Stange, kostet allerdings nicht den halben Preis ;-)
Dass so wenig Inhalt in eine Stange passt, schmeckt heute leider vielen Wirten nicht mehr, sodass in weniger traditionsbewussten Lokalen heute auch 0,5l-Stangen anzutreffen sind. Skandalös, wenn ihr mich fragt, und unter Kennern verpönt.

Wie fast alle obergärigen Biere entwickelt auch das Kölsch seinen vollen Geschmack erst ab einer bestimmten temperatur, sodass es meist mit acht bis zehn Grad serviert wird.

Wer sein Bier “Kölsch” nennen darf, ist in Anlehnung an das strenge Reinheitsgebot ebenso streng geregelt, und zwar in den Kölsch-Konventionen von 1985.

Im Sinne der Konvention ist Kölsch

  • ein Vollbier,
  • obergärig,
  • hell,
  • blank, also gefiltert und klar,
  • schlank, also hochvergoren, trocken, wenig vollmundig oder malzig,
  • hopfenbetont,
  • filtriert (nicht-filtriertes Bier muss ausdrücklich als “hefetrüb”, “naturtrüb” oder “unfiltriert” ausgewiesen werden!),
  • ausschließlich in Köln herzustellen (ausgenommen sind Brauereien außerhalb des Stadtgebiets von Köln, die an der Bezeichnung „Kölsch“ bereits vor Inkrafttreten der Konvention einen wertvollen Besitzstand erworben hatten).

Drei große Marken teilen sich etwa 60 Prozent des Kölsch-Umsatzes, nämlich Gaffel, Früh und Reissdorf. Der Rest verteilt sich unter den mehr als 30 kleineren Kölsch-Brauereien, zu denen beispielsweise Küppers, Mühlen oder Sünner gehören.

1997 wurde das Kölsch von der EU in den Kreis geschützter regionaler Spezialitäten aufgenommen und genießt damit nun eine ebenso geschützt Herkunftsbezeichnung wie der Champagner oder auch der Cognac.

Der Kölner Kölsch-Kellner wird auch “Köbes” genannt und serviert das Kölsch häufig mit einem Kranz, einem runden Behältnis für bis zu 18 Stangen. Der gute Mann, der das lecker Bierchen frisch zapft, ist der “Zappes”.

Wer noch mehr über das Kölsch erfahren möchte, wird im Koeln-Net fündig.

Eine schöne Tradition ist es auch, dass man in guten Lokalen und Brauhäusern ungefragt ein weiteres Kölsch serviert bekommt, sobald die Stange geleert ist- es sei denn, man platziert einen Bierdeckel auf dem Glas. Und legendär ist es selbstverständlich, sich mal bei einem gemütlichen Abend in einem Düsseldorfer Brauhaus ein leckeres Kölsch zu bestellen.
Aber nicht den Verbandskasten vergessen, ne? ;)



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Autor: Steffen

Der bayerische Landkreis Kelheim verlässt sich erneut auf den Durst des Touristen: Mit der Brauereikarte können 112 Biere in 16 Brauereien gekostet werden.

Urlaub mal anders: Der Tourismusverband und die Brauereien des Landkreises Kelheim/Bayern haben in dieser Woche ihre “Brauereikarte” vorgestellt.

Ein Erfolgsrezept: 2005 gewann man bereits die “Goldene Bieridee” des Bayerischen Brauerbundes. Zum Einheitspreis darf man an Brauereiführungen im ganzen Landkreis teilnehmen, die verschiedenen Prozesse des Bierbrauens werden anschaulich erklärt. Gelegentlich können sich kleine oder große Interessierte auch mal selbst am Brauen versuchen, und natürlich können die Biere überall gekostet werden.

Neben dem Evergreen Oktoberfest etabliert sich allmählich ein regelrechter Biertourismus auch in den ländlichen Regionen des Freistaats …    [...mehr]


Autor: Steffen

Der Bierpreis wird um bis zu 40% steigen.

Der Deutsche Brauer-Verband hat am 8. November eine Erhöhung des Bierpreises um rund 40% innerhalb der nächsten fünf Jahre angekündigt. Zu diesem Schritt sehen die Brauereien sich aufgrund gestiegener Rohstoff- und Energiekosten gezwungen.

Weitere Rationalisierungsmaßnahmen seien, so erklärte Richard Weber, Präsident des DBB, den Beschäftigten nicht mehr zuzumuten; man sehe keine andere Möglichkeit, als die „Kosten an den Verbraucher weiterzugeben“.

Die Bierbrauer haben ohnehin seit Jahren mit einem sinkenden Absatz zu kämpfen, jetzt befürchten sie einen dramatischen Einschnitt – der durchschnittliche Preis für einen Kasten werde die 15-Euro-Marke demnächst überschreiten. Das Geschäft mit den populären Biermischgetränken könne den voraussichtlichen Verlust bei weitem nicht auffangen.

Inwiefern sich solche Befürchtungen bewahrheiten werden, bleibt abzuwarten. Immerhin ist der Bierpreis in Ländern wie Irland und Großbritannien schon seit Jahren deutlich über deutschem Niveau - den Biertrinkern scheint das nichts auszumachen.    [...mehr]