Die heilige Dreifaltigkeit deutschen Exportbiers, heute: das Dortmunder Export

Exportbier ist weniger Bier vom Ausland als ins Ausland.Das ist auch alles ganz toll und es gibt viele tolle Biere die alle aue einer lustigen Zeit mit Pferdekutschen und Winterbrauspezialitäten herkommen. Aus dieser Zeit kommen allerdings gerade mal drei althergebrachte Traditionsbiere, meine lieben Leute.

Eines der Bierchen kommt aus dem allseits beliebten Ruhrpott. Naja. Nicht direkt. Aber immer noch Nordrhein-Westfalen. Um präzise zu sein: Dortmund.
Eingeschleppt wurde das Bier dort von Bayern, zwar nicht von einem Bayern, aber ’nem NRWler, der sich in einer bayerischen Brauerei ausbilden ließ.
Dergleich Erleuchtet machte er sich gleich ans Werk, die althergebrachte dortmunder Brauart des obergärtigen Altbiers auf den Kopf zu stellen und bayerisch-untergärige Hefe zu verwenden. Ergebnis? Dortmunder Helles.
Künstliche Kühlung, Industrialisierung und wohl eine freundlich gesonnene Planetenkonstellation taten ihr übriges dazu und machten aus Dortmund den europaweit größten Bierproduzenten.

Das klassische Dortmunder Export ist kräftig-malzig mit einer leichten Süße, ebenso kräftig goldgelb und hat in der Regel nicht ganz so viel, wenn auch spürbar, Hopfen wie in einem typischen Pils.
Und wenn es so wirklich richtig absolut authentisch gebraut wurde, besitzt es sogar einen leichten Schwefelgeschmack. Wofür man sich beim Dortmunder Wasser bedanken darf.

Inzwischen ist das Dortmunder, unpatentiert, weltweit nicht unbeliebt. In den Niederlanden trägt so manches Bier den mitteldeutschen Namen ebenso wie in den USA, wo man auch desöfteren, vor allem bei den kleineren Brauereien, über ein „Dortmunder“ im Namen stolpert.
Gelegentlich werden die dann sogar auch noch nach konkret Dortmunder Art gebraut.
Es geschehen also noch Zeichen und Wunder.