Beiträge vom: Mai, 2009

Autor: Thomas

„Unsinn!“, höre ich die aufgebrachte Menge. „Wir haben doch das Reinheitsgebot!“ Das stimmt. „Alles Geldmacherei! Am Besten wohl auch noch Biowasser!“, geht es da weiter. „Bier ist sowieso Bio!“

Biersorten und -gläser © Bernt Rostad/ flickr

Leider ist das Quatsch. Bio ist mehr als „kein E312, E574, E243 und E687“ in den Inhaltsstoffen. Biogemüse ist immerhin auch nicht dasselbe wie die prall-rote, gespritzte, genbehandelte, faustgroße und geschmacksarme Riesentomate im Discounter um die Ecke.
Bio ist unbehandelt. Biohopfen und -malz kommen von unbehandelten, ungespritzten Feldern ohne irgendwelche genetischen Veränderungen. Zumindest offiziell, aber was will man machen. ;)

Pestizide und Kunstdünger sind aber noch lange nicht das einzige, was Bier vom Biobier unterscheidet. Des Bayernherzogs mittelalterliches Reinheitsgebot hat schon arg mit modernen Produktionsmethoden des Bierbrauens zu kämpfen. Mit Ionentauscher und Aktivkohlebehandeltes Wasser? Schwefel ist als Antioxidationsmittel für Hopfen und Malz zugelassen, Chemie als Lagerschutzmittel bei Gerste.
Statt Hopfendolden landet Hopfendoldenextrakt in der Sudpfanne, ist ja eh alles dasselbe, hergestellt sicher nicht durch biologische Verfahren. Chemische Lösemittel kitzeln den Extrakt aus der Pflanze.
Ist das Bier obergärig, kann es gezuckert werden. Eingefärbt wird es mit dem Zuckerlikör E150a.    [...mehr]


Autor: Thomas

Selber zapfen? In der Regel denkt man dabei an ein Fass. Aber Fässer sind was für konservative Wiesngänger, jawohl. Obendrein ist das Zapfen von Bier mit mehreren Bar Druck gar nicht wirklich mal so einfach.

Ignoriert das verwackelte Zeug. Hier habt ihr einen kleinen Vorgeschmack wovon ich rede. Biertürme. Beer Towers. Zapftürme. Nennt sie, wie ihr wollt. Im Grunde nur ein sehr hohes Glas mit Bier drin und einem Zapfhahn unten dran. Und ob ihr da jetzt Flensburger oder Carlsberg reinkippt, ist dem Glas auch vollkommen egal. Nur eure Gäste werden euch anmaulen.
Abgesehn vom puren Style und diversen Zapfvorteilen für den Laien aufgrund niedrigerem Druck ist das Ding ein Partykracher sondersgleichen.
Vorausgesetzt, der besoffene Mob wirft’s nicht um.
… aber zugegeben, das ist doch immer das Problem. ;)

Hier ignoriert ihr am besten die Fahrstuhlmusik und ersetzt sie durch ein paar aufgenommene Trinklieder der letzten Party. Das Werbevideo ist zwar so unterhaltsam wie eine tote Kanalratte, strotzt dafür aber nur so von Informationen. Vor allem aber habt ihr ein paar hübsche Blicke auf die Bier Tower. Und ein paar Accessoires. Mal ehrlich. Die blinkenden LED-Eiswürfel sind doch Gold wert.
Die meisten Läden vertreiben ihre Zapfsäulen als Gastronomiebedarf, aber lasst euch davon nicht abhalten. Die wollen das coole Zeug nur für sich behalten!

Noch Fragen? Mir egal! Dafür hab’ ich euch die kleine FAQ hier ausgegraben. Ich kümmer mich doch um meine Schäfchen. :D

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Autor: Thomas

Wozu Korn und Rum, wenn man sich mit 30%igem Bier besaufen kann? Der Titel des stärksten Biers geht weltweit reihum. Ein paar der Vertreter habe ich uns mal herausgepickt.

Im weltweit wichtigsten Bierstandpunkt, Deutschland, kloppen sich die Bayern und Berliner um das stärkste Bier der Welt. 2005 knackte Braumeister Harald Schneider, Bierchef des Mühlfelder Brauhauses aus Herrsching am Ammersee, einen Rekordwert von 25,4% Alkoholgehalt. Yeah. Klares Ziel für Biertourismus.

Aus dem Rennen war damit die Boston Brew Company, eine amerikanische Brauerei aus der Ostküste, die bis dato mit 24,5% aufwarten konnte.

Ihr Trick? Unter anderem eine zwölf Wochen lange Gärung und in kleinen Fässern in den Schockfroster, wonach sie das gefrorene Wasser einfach abschöpfen konnten.
Viel Aufwand für eine grosse Leistung.

Anfang 2009 war’s dann allerdings soweit. Die Berliner Brauerei Südstern, angestossen und unterstützt von VOX für eine Fernsehsendung, schnappte den Bayern vom Ammersee den Titel weg. Voluminöse 27,6% hat ihr Bierchen und kratzt damit nicht nur deutlich an der 30%-Marke, sondern knackte den bestehenden Rekordwert auch um knapp über zwei Prozentpunkte.

Bierglas

Mit einem normalem Dunklem hat die dunkle Brühe natürlich nicht mehr viel zu tun. Süss, stark alkoholischer Abgang, dickflüssig, das ist mehr Likör denn Bier. Nagut. Bieriger Likör. Der Biergeschmack läßt sich freilich nicht weggären.

Der  Trick der Berliner Weltmeister bestand aus soviel Malz wie möglich und sowenig Wasser, wie sie sich erlauben konnten. Aus Malz wird Zucker wird Alkohol wird ein dreifacher Bock mit 21% Stammwürze. Dann ging alles seinen klassischen Weg.

Einfrieren, Eis abschöpfen, wiederholen bis zum erbrechen. Nach der x-ten Trennung war es dann soweit: genug Wasser war entfernt, um mit 27,6% den Weltrekord zu knacken.

… nach deutschem Reinheitsgebot.

Das Barley Johns Rosies Ale aus New Brighton, (USA) wird durch Zugabe Kandierzucker und Champagner-Hefe auf 28% gepusht.
Aber bescheissen gilt nicht.

P.S.

Ausgeschenkt werden die hochprozentigen Biere in Bayern wie in Berlin logischerweise im Schnapsglas. Natürlich kann auch jemand gern versuchen, davon ein paar Halbe zu kippen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Bier mit Kokosnuss, Bier mit Gummibärchen, Exportbier, exotisches Bier, weiss der Geier was. Alles haben sie alle gemeinsam: sie sind nicht nach deutschem Reinheitsgebot gebraut, sind aber dennoch Bier.

authentisches Honigbier

Das Trinkset der Laubertaler Hausbrauerei, authentisch gebrautes Honigbier. Quelle: drachenblut.eu,  © Lautertaler Hausbrauerei

Wobei man hier unterscheiden muss. Bier ist es nur, wenn die zusätzlichen Zutaten mitvergoren werden. Wird der Kokosnußsaft später einfach in das Bier gekippt, ist es kein exotisches Bier mehr, sondern ein Mischgetränk. Punkt.

Vor allem aber ist Honigbier kein Met. Während Met ausschließlich aus Wasser, Honig und Vergärung gewonnen wird, mit einer Vielzahl an Zusatzmittel die zu den Myriaden verschiedenener Metsorten führen, ist Bier tatsächlich Bier. Wasser, Malz, Hopfen, etc. Bier eben. Allerdings eben kein Bier mehr nach deutschem Reinheitsgebot.

Erst, wenn der Honig der Würze oder dem Jungbierzugegeben und mitvergoren wird, haben wir echtes Honigbier. Der Unterschied ist unter anderem eine reduzierte Süße, wird der Zucker im Honig doch ein wenig mit abgebaut, ebenso wie ein reduzierter Honiggeschmack. Der Honiggeschmack in Mixgetränken ist in der Regel bedeutend kräftiger. Das sollte bei der Auswahl der Brauerei, von der man sein Honigbier bezieht, bedacht werden.    [...mehr]


Autor: Thomas

Frage: Wann ist der Geschmack eines guten Bieres eingängiger als a.) in Gesellschaft, b.) in guter Gesellschaft, c.) in bierverständiger Gesellschaft und d.) direkt vor dem Sudkessel? Antwort: Überall sonst auch, wo’s Spaß macht. Aber das ist kein Argument gegen eine Besichtigung!

SudkesselBrauereien, die Besichtigungen anbieten, gibt es wie Sand am Meer. Für Lau, für ‘nen Appel und ‘n Ei, für teilweise richtig gutes Geld. Mit Bierverkostung sind sie (fast) alle, mit Fürsorge für das weitere, leibliche Wohl sind es viele.
Ob sie aber auch Spaß machen, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Brauereibesichtigung ist weder definiert, noch hat sie eine Norm. Man tut also gut daran, sich vorher zu informieren, was der Betreiber unter einer „Besichtigung“ versteht. Wird man einmal mit dem Kleinbus durch das Werksgelände geschleust? Kann man den kompletten Brauprozess verfolgen? Wie persönlich ist die Führung? Was vom Bierbrauen interessiert einen überhaupt?

Und natürlich am Wichtigsten: gibt es Freibier? Noch wichtiger: wie definiert der Betreiber Freibier? Kriegt man ‘ne Getränkemarke in die Hand und kann sich aus der Kantine ‘ne Flasche holen? Gibt es eine richtige Verkostung mit verschiedenene, frisch gezapften Hausmarken? Gibt es was zu essen dazu? Wenn ja, was? Erdnussflips oder eine ganze Mahlzeit? Kostet sie extra? Was kostet die Führung insgesamt?    [...mehr]


Autor: Thomas

Eher zufällig stolperte ich vor ein paar Tagen über ein lebhaftes Mixgetränk Namens Bierbrause. Was sich erwartungsvoll aus einer Mischung von Brause und Bier präsentierte, entpuppte sich, zwar schmackhaft, allerdings doch enttäuschend, als alkoholfreier Cocktail.

Zugegeben, von einem doch sehr leckerem Biercocktail enttäuscht zu sein, nur weil er alkoholfrei ist, spricht unrühmliche Bände. Ist doch nicht nur erlaubt, was schmeckt, sondern auch noch toll, was nicht besoffen in der Ecke liegen lässt.

Zutaten für Biercocktails

Und doch. Meine erste, kindliche Begeisterung: Brause und Bier! Juchu!, wurde niedergeschmettert.

Nichtsdestotrotz möchte ich euch die kulinarische Exquisität nicht vorenthalten! Zwar habe ich keine Ahnung, was in dem Gesöff drin war an dem Abend, aber Onkel Google spuckte ziemlich flink etwas aus, das meinem Biermix doch zumindest farblich sehr nahe kommt.    [...mehr]


Autor: Thomas

Der Bayerische Herzog Wilhelm der IV. war es, der im Jahre des Herrn 1516 dem deutschen Biere seine Klasse gab. Legendär ist es, das Reinheitsgebot. Wasser, Gerste, Hopfen, Malz und Hefe. Sonst ist nichts im Bier zu finden. Eine Aussage, die von den Brauereien des Landes nur zu gern auf jede Flagge geschrieben wird. Das Deutsche Bier, meine Damen und Herren!

Kein Wunder, natürlich. Fand man im Mittelalter doch so ziemlich alles in dem Gebräu, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Blut, Gift, Kot, Baumrinde, Drogen – ganz egal. Bis der Bayernherzog auf den Tisch haute. Ab da war dann Ruhe im Karton.

Lebenswichtige Vitamine sind drin, ja, ja, Stoffe die gegen bestimmte Krebsarten helfen, hemmend wirken, Osteoporose hat’s dann schwieriger, und das Haar wird voller und für die Potenz ist’s auch gut und außerdem hilft’s Dir auf dem Feld beim umgraben.
Ein wahrer Zaubersaft also, das reine Bier Deutschlands.

… widmen wir uns nun der Realität.    [...mehr]


Autor: Steffen

Vielleicht habt ihr ja auch schon so ziemlich alle Biersorten ausprobiert, die es gibt und euer Lieblingsbier schon gefunden. Wie wäre es dann, einmal ein Bierbrauset auszuprobieren?

Nicht nur das man seinen Gästen dann mal was ganz anderes anbieten kann - oder wenn das Bier zur Neige geht - selber Bier zu brauen mit einem Bierbrauset macht auch noch Spaß. Und den Weg zum Getränkemarkt kann man sich auch noch sparen.

Handelsübliche Bierbrausets enthalten alle Zutaten, um 25 Liter Bier herzustellen, inklusive einer Brauanleitung.

Flensburger Pilsener © Flickr by fleno.de

Bier, das aus Bierbrausets hergestellt wurde, schmeckt genauso gut, wie bspw. das gute alte Flensburger.

In den Bierbrausets findet man üblicherweise den Gärbehälter, Hefe, das Bierwürze-Konzentrat und eben eine Flasche oder ein Fass. Und dann kann es auch schon los gehen mit dem Bierbrauen. Zwar ist der genaue Brauvorgang bei jedem Bierbrauset anders, aber das Prinzip ist dasselbe.

Das Bierwürzekonzentrat wird nur mit kochendem Wasser vermengt, man setzt die Hefe dazu und dann muss das Ganze eine Weile gären. Kann man aber alles in der heimischen Küche bewerkstelligen.

Das Ansetzen des Biersuds dauert circa 1 Stunde, der Gärprozess und das Lagern des Bieres kann aber schon von 2 Wochen bis zu 2 Monaten dauern. Je nach dem fortgeschrittenen Reifeprozess enthält das Bier einen anderen Geschmack.

Bierbrausets sind auch garnicht so teuer. Angefangen bei etwa 40 Euro ist das Ende nach oben offen, die teuersten Bierbrausets kostet aber ca. 100 Euro. Nicht immer ganz günstig ist das Zubehör, da kann man schon ein wenig Geld für hinlegen.

Ein guter Anlass, einmal selbstgebrautes Bier zu servieren bietet sich zum Beispiel bei einer Familienfeier.    [...mehr]


Autor: Thomas

Die richtige Getränkeauswahl zu einem feinen Essen? Das ist doch nichts für Biertrinker! Feingeistige Intellektuelle machen sowas, keine Parkbankschnarcher und stumpfdriste Bauarbeiter! Ach, wie lieb uns nur die Wirklichkeit ist.

Die nämlich, ist gleich ganz anders. Zum Nizzasalat ein trockener Weißer? Zur Käsesuppe Chardonney? Zum Salat geht auch ein helles Weizen! Aber bitte kein Doppelbock.
Die Kunst der Bierauswahl ist nun wahrlich nur etwas für Kenner und Liebhaber. Ein Kölsch zur süßen Nachspeise ist fein und harmoniert sehr gut, ein Pils dazu wäre allerdings ein verbrechen wie ein feiner Weißer zum saftigen Steak.

Bier-Mahlzeiten

Mit diesen Ansichten sind die Freunde eines guten Bieres nicht alleine, und nicht nur wirre Webseiten und oder Kampftrinker teilen diese Auffassung. Fragt jeden Küchenchef den ihr wollt! Bier und Gaumenfreude. Ja, das funktioniert.    [...mehr]


Autor: Thomas

„Das Problem bei Bier ist, egal wieviel Du davon trinkst, ab dem ersten Schluck riechst Du wie ein Säufer.“ Seit wievielen Jahrhunderten plagt uns passionierte Biertrinker dieses Vorurteil? Der ins Gesicht wehende Bieratem! Ich sage: Schluss mit der Diskriminierung von Biertrinkern!

Irish Stout, Bier

Skandalöse Zustände in der Biertheorie der Schmähenden, sage ich euch, Brüder und Schwester des Gerstensaftes. Skandalöse Zustände!
Was erhält man denn auf der Suche nach Bieratem auf Seite 1 von Großer-Bekannter-Internetsuch-maschine(TM)? Säufer, Alkoholiker, Kneipenschläger! Portraitiert als und reduziert auf nach Bier stinkdenden, sozialen Bodensatz moralischer Verkommenheit!

Ich frage euch, Genußtrinker dieser Welt: Müssen wir uns das gefallen lassen?!

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