In der Regel hat der Biertrinker von heute zwei Bezugsquellen: Becks und Co bekommt er aus dem Supermarkt, soll es mal was verrücktes sein, ein Dunkles oder so, hilft meistens ein Getränkemarkt.
Doch was macht der Gelegenheitsbiergenießer ist. Woher kriegt man denn sein Naturtrübes? Sein Duff?
In der Regel haben Getränkemärkte immerhin keine Getränkeliste auf ihrer Internetpräsenz veröffentlicht.
Nun ist also Mittwoch, der 23., und man will bequem die Getränkeläden nach seinen favorisierten Biersorten abklappern. Doch was ist das? Der eine ging vor fünf Minuten in die Mittagspause, der andere hat Mittwochs Nachmittags geschlossen!
Die anderen sind am anderen Ende der Stadt und völlig unbekannt.
„Pah, dann halt morgen.“
Und schon steht der Weihnachtsabend vor der Tür, die Läden machen zwischen zwölf und eins zu und Panik bricht aus. Es ist der Vierundzwanzigste.
Vielleicht doch einfach nur Becks und Co?
Näääh, kommt nicht in die Tüte.
Aber wo kriegt man sie her. Den Doppelbock und die dunkle Hefe-Weiße, die Naturtrüben und Exports, die Märzen- und Weihnachtsbiere, das Schwarzbier und das Eisbier? [...mehr]
Alles bereit? Töpfe brauchen wir nicht, aber Bräter. Pfanne daneben, Schneidbrett, Zeit? Sehr gut! Fangt ein paar Stunden vor dem Abendessen an. Das Kochen selbst ist gar nicht so hektisch, aber der Braten braucht naturgemäß so seine Zeit im Ofen.
Denn mal los!
Schritt 1
Einen Bräter gut zwei Finger hoch mit Wasser füllen und zum kochen bringen. Schweineschinken mit der Schwarte nach unten in den Bräter und rund fünf Minuten blanchieren.
Danach wieder raus, ein schönes Rautenmuster in die Schwarte schneiden und mit Knoblauch spicken.
Überlegen, welches Bierrezept als Beilage dienen soll.
Schritt 2
Die abgezupften Thymianblätter plus Salbei mischen, Braten damit würzen, in Folie wickeln (den Braten, nicht nur die Gewürze) und komplett in den Kühlschrank stellen, damit alles schön durchzieht.
Optimalerweise über Nacht, aber heute müssen wir improvisieren. ’s ist ja Abendessen, ein paar Stunden von Morgens bis Abends müssen also reichen.
Schritt 3
Backofen vorheizen. 170 Grad reichen. Derweil schonmal die klare Brühe anrühren und Zwiebelringe schneiden.
Schritt 4
Öl in den Bräter in den Ofen, heiß werden lassen, Zwiebelringe andünsten, dann den Braten mit der Schwarte drauf. Noch ein wenig Brühe mit dazu und zwei Stunden stehen lassen.
Zwischendrin immer wieder mit der Brühe übergießen. Je öfters, desto besser. Aber bitte nicht alle dreissig Sekunden, es soll sich ja auch Hitze aufbauen können im Ofen. Durchzug ist da kontraproduktiv. [...mehr]
Jetzt wird’s aber höchste Zeit, liebe Leute. Wer nicht frei hat oder Urlaub, arbeitet heute zum letzten mal vor dem Weihnachtsabend. Was noch nicht erledigt ist, muss auf den letzten Drücker gemacht werden. Oder man ignoriert Weihnachten einfach.
Aber wo liegt da der Spass?
Ein Weihnachtsabend will natürlich auch ein vernünftiges Essen. Während die meisten Leute allerdings irgendwo zwischen mehrgängigen Menüs mit 17 Stunden Vorbereitungs- und Kochzeit oder einer Tiefkühlpizza rangieren, lässt sich beides aus beiden Welten vereinen.
Nein, nicht Pizzabraten. Vom Aufwand her!
Stellt schonmal das Bier auf die Heizung.
Da geht auch Warmbier. Harr, harr! [...mehr]
Wer kennt Jever nicht? Keine Stau. Keine Hektik. Die Werbeoffensive hat die Sprüche recht nachhaltig in den meisten Hirnen, inklusive meinem, festgenagelt. Friesisch herb, eben. Jever ist aber auch ein toller Name, nicht?
So eingängig. Kein anderes Bier. Neuer Jever-Mann hin oder her. (Der ist immer noch nicht cool! Buuuh, Jever!)
Und dann erst die Bilder dazu. Da passt der Name einfach. Ein wenig exotisch, aber deutsch. Friesisch eben. Friesland kennt man ohnehin nur von Ostfriesland und das nur von Otto.
Ist ja auch alles ein wenig Ausland, nicht? Otto spricht ja nicht umsonst vom Außerfriesischen. Verstehen tut man die eh nicht. Das ganze Küstenvolk da. Quasi also ein bißchen wie Bayern, nur ohne Lederhosen und mit weniger großer Fresse. [...mehr]
Neues Jahr, neues Glück. Und viele neue Veranstaltungen. Eine von ihnen ist die Brau Beviale zwanzig-zehn, ein jährlicher Branchentreff der alkoholfreien Getränke.
… und Bier.
Ende des Jahres.
Aber besser früh als spät, ne? Und Bier zählt eben nicht als Alkohol. Da sieht man’s mal wieder. Da müsste man schon Likör draus machen.
Wie jetzt. Brau Beviale?
Das ist so eine Art Kraul-Festival der ganzen Wirtschaftsbonzen aus der Getränkebranche, die sich gegenseitig diverse Körperteile vergolden. Es wird eingekauft, bestaunt, gejammert und in die Zukunft geschnuppert. Getränkerohstoffe, Technologien, Logistik und Marketing sind die Stichworte.
Neben allem und alles geht es dabei auch ganz gewaltig um … Bier.
Obwohl Bier ein wenig auf dem Rückzug ist, ist es ja nach wie vor einer der Großen der Getränkebranche.
Für nicht-Bonzen und ganz normale Besucher gibt es natürlich allerhand und allerlei zu bestaunen.
Beliebte Attraktion ist natürlich die endlose Maschinerie. Von Abfühllanlagen über Braukessel bis hin zu Roboterarme die vollautomatisch Bierfässer stapeln. (Oder Weißbier einschenken.)
Vor kurzem hab’ ich von bier.pur erzählt, ein Fachmagazin über Bier. Das habe ich nicht, weil ich es kenne oder von seiner Qualität überzeugt bin, sondern, weil es eine nette Kuriosität war. Aber, wenn wir schonmal dabei sind, können wir ihm doch gleich mal auf den Zahn fühlen.
Der Freistädter Rotschopf. Ein Rotbier der Brauerei „Braucommune in Freistadt“, Ein Spezialbier.
Hoch gelobt vom “Magazin nur über Bier“. Leuchtendes Dunkelrot, bronzefarbene Reflexe, fruchtige Aromen und helle Hopfennoten.
Leider ist Geschmack nicht meßbar.
… schauen wir doch mal, wie das Bier im Vergleich bei anderen weggkommt.
Farbe
bier.pur
・ leuchtend dunkelrot
・ bronzefarbene Reflexe Brauereiführerblog
・ mehr bronzefarben denn rot ratebeer.com
・ bernsteinfarben
・ rot mit ein wenig Fantasie [...mehr]
Auch große Kinder wollen Geschenke. Während der 17jährige Sohnemann allerdings andere Dinge im Kopf hat als vielleicht Bier, außer um sich damit zu besaufen, stehen die Elternteile plötzlich vor der unverhofften Situation, den heiligen Abend allein und ganz für sich zu verbringen.
Endlich mal Ruhe im Haus.
Also widmet sie sich der japanischen Seidenmalerei, während er mit einem Bier vor der Glotze versumpft.
Stopp! Zurück.
Alternativplan:
Nach 35 Jahren Ehe ist Gewohnheit eine der tragenden Säulen, aber nach 17 oder mehr Jahren Windeln, Spielsachen und Pickeln ist überhaupt nichts gewöhnliches an einem gemeinsamen Abend zu zweit.
Gesellschaftlicher Konsens diktiert einen gemeinsamen Abend bei Kerzenschein und einem guten Wein. Au contraire, mon ami(e).
Aber, füllen wir das Glas dennoch mit etwas rotem. Sehr schön. Mit dem alkoholischen Mindestvolumen von 8,5% tun wir uns schwer, aber bis 7,5 reicht’s schon. Außerdem ist Alkoholanteil <> Qualität oder Geschmack.
Wie jetzt, Bier an Weihnachten? Skandal? Wir sind hier doch nicht im Prekariat?
Unsinn. Wenn jedes Bier proletarisches Unterschichtengesöff ist, gibt’s Wein ab sofort nur noch für 59 Cent im Tetra Pak! Und jetzt aus meinen Augen, Wicht! Und nimm Deine Vorurteile mit! [...mehr]
Nein, nein, wir gehen nicht zu den Printmedien, keine Panik. Ein Blog in Printform wär wohl auch mehr gewagt denn Experiment. Es ist aber so unbequem mit dem PDA auf der Toilette, was kann man da nur machen? In irgendwas muss man doch blättern, und die Ausgabe von Entenhausen 2003 kennt man schon auswendig.
Für genau dieses Dilemma erbarmt sich jetzt das Genuss.Magazin!
Genuss.Magazin. Das ist diese Magazinreihe, die für alles ein eigenes Heftchen bringt.
wein.pur, käse.pur, fleisch.pur, spezialitäten.pur, eis.pur, ALLES pur!
Was das für Bier bedeutet, könnt ihr euch sicher ausmalen.
Nun ist es soweit! Deutschlands Hobby-Biersommeliers und Toilettengänger können endlich befreit aufatmen! Das ist nach dem Duftstein für die Kloschüssel die grossartigste Erfindung, seit es Keramik gibt.
Einen Haken gibt es allerdings.
Wie mit fast allen anderen Dingen, die mit Bier zu tun haben, ist auch das süddeutsches Zeug.
Im genau zu sein, ist es sogar österreichisch. Der neueste, bier-orientierte Ableger der XXX.pur-Serie kommt also in Zusammenarbeit zwischen Österreich und … ja. Bayern.
Sorry. [...mehr]
Dem Kölner von heute bleibt aber auch kein Schicksalsschlag erspart. Das Onlineportal der Rundschau brachte nun den neuesten Teil des Dramas. Amerikaner plagiatisieren ihr helles Obergäriges. Dürfen die dat? Berechtigte Frage.
„Einfach unser Bier brauen?“, fragt die Rundschau. Dabei gibt’s nur hier lecker wat zu trinken. Nicht da drüben.
Überhaupt. Man fährt doch nicht nach Amerika um da Kölsch zu trinken! Das ist zwar, wie schon erkannt, lecker, aber dann reicht doch auch Balkonien.
Zudem ist das doch geschützt! Regionale Spezialität und so! Gibt’s doch auch mit anderen Bieren! Und Lachssorten! Und Champagner!
Blöd nur, daß dieses Copyright nur innerhalb der EU gilt. Den Ami schert das nicht.
„Colorado Kölsch – German-Style Ale“ wird da munter hergestellt.
Und? Schmeckt’s?
Darüber verliert der Artikel kein Wort. Lässt immerhin tief in die verletzte Seele Blicken. [...mehr]
Biertourismus Around The Globe! Was tut man nicht alles, um ein feines, nein, exquisites! Bier zu ergattern. Gerne exotisch, auf jeden Fall aber seinen Aufwand wert. Von Kenner, für Kenner. Es gilt, die feinen Nuancen zu kennen und zu schätzen. Genuß! Nicht saufen. Das ist was für Mallorcagänger. Jawohl.
Das sind aber alles nur kleine Fische. Zugegeben, so eine Music Tour hat schon was, und ein Sautrog- oder Bierkistenrennen ist … sagen wir einmal, zumindest in Sachen Zuschauerunterhaltung wahrscheinlich nur schwer zu übertreffen.
Aber wo geht man NACH diesen Events hin? Wo kuriert man seinen Kater, das klingelnde Trommelfell, die flusswasserinduzierte Grippeinfektion aus?
Nach Hause?
Zu Mama?
Auf irgendeine Kur? [...mehr]