Beiträge vom: November, 2007

Autor: Steffen

Eisgrub-Bräu ist die zurzeit einzige in Mainz ansässige Brauerei. Sie steht in der Tradition vieler kleiner, regionaler Brauereien in Deutschland, die sich mit ihrem Selbstgebrauten deutlich von der Masse der Bierprodukte abheben. Die Brauerei mit Restaurant liegt unterhalb der Kupferbergterasse an der Weißliliengasse und befindet sich im Eingangsbereich eines alten, ursprünglich als Eiskeller eingerichteten Tunnelsystems. Die Braugeräte sind zum Teil im Gaststättenbereich untergebracht und ermöglichen es Besuchern, den Brauprozess zu verfolgen.

Im Eisgrub werden zwei Biere gebraut: Das Helle Märzen und das Dunkle Pils. Beide sind auffallend mild und etwas süß; sie enthalten vergleichsweise wenig Kohlensäure. Besonders das Helle Märzen verblüfft manchen Besucher durch seinen süßen, malzigen Geschmack. Aber dadurch wird das Eisgrub-Bräu einzigartig - in Mainz und darüber hinaus erfreut die Brauerei-Gaststätte sich großer Beliebtheit.
An dieser Stelle sollte auch das legendäre Eisgrub-Frühstück nicht unerwähnt bleiben. Besonders Schüler tun sich gerne an dem schier unerschöpflichen Büffet gütlich und, ja, morgens wird auch schon Bier ausgeschenkt.

Das Eisgrub in Mainz.

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Autor: Steffen

Der bayerische Landkreis Kelheim verlässt sich erneut auf den Durst des Touristen: Mit der Brauereikarte können 112 Biere in 16 Brauereien gekostet werden.

Urlaub mal anders: Der Tourismusverband und die Brauereien des Landkreises Kelheim/Bayern haben in dieser Woche ihre “Brauereikarte” vorgestellt.

Ein Erfolgsrezept: 2005 gewann man bereits die “Goldene Bieridee” des Bayerischen Brauerbundes. Zum Einheitspreis darf man an Brauereiführungen im ganzen Landkreis teilnehmen, die verschiedenen Prozesse des Bierbrauens werden anschaulich erklärt. Gelegentlich können sich kleine oder große Interessierte auch mal selbst am Brauen versuchen, und natürlich können die Biere überall gekostet werden.

Neben dem Evergreen Oktoberfest etabliert sich allmählich ein regelrechter Biertourismus auch in den ländlichen Regionen des Freistaats …    [...mehr]


Autor: Steffen

Das deutsche Bierangebot ist (scheinbar) unerschöpflich, das Angebot an Marken und Sorten es gehört - dank langer Geschichte und regionaler Spezialitäten - zu dem umfassendsten der Welt, und das auch noch auf kleinem Raum. Doch wer mal genau vergleicht, wird feststellen, dass zumindest die größeren Pilssorten einander oft ähnlicher sind, als sie wahrhaben wollen.

Auch daher kommt das Selberbrauen mehr und mehr in Mode … bloß … wie vermeide ich denn, dass ich mir nicht selbst aus Versehen gelbes Regenwasser zusammenmische?

Diverse Bierkonzerne in Neuseeland, England und Australien haben den Hang zur Heimarbeit längst wahrgenommen und verkaufen Bierzapfanlagen für zuhause (naja, okay, wozu?) und, viel lustiger, auch kleine Braumaschinchen.
Wie die funktionieren, steht hier.

Nun mag manch einer einwenden, naja, so ein Bierkit verhält sich zum Bierbrauen wie die Tütensuppe zum Bouillon, Ben Stiller zu Buster Keaton, Bobbycar zu Mustang, usw., etc.

Recht hat er - und hoffentlich viel Zeit. Wer nämlich den ganzen Brauvorgang stemmen möchte, sollte sich erstmal nix vornehmen. Einkaufen wird zuerst nötig sein, und zwar:

  • eine Malzschrotmühle
  • ein Edelstahlkochtopf mit 30 Litern Inhalt
  • ein Stabthermometer
  • 2 Kochlöffel, mindestens 50cm lang
  • 100ml Jodlösung
  • ein Läuterbottich
  • ein Eimer mit 10 Litern Inhalt
  • eine Schaumkelle
  • ein Kochtopf mit 20 Litern Inhalt
  • ein Messzylinder für 250 Milliliter
  • eine Bierwürzspindel
  • ein Bierheber
  • ein Würzsiebbeutel (Maschenweite 0,2 Mikrometer) mit Trichter
  • eine Plastikwanne
  • ein Gärgefäß bzw. Gärfass mit 30 Litern Inhalt
  • ein großer Löffel
  • ein Abfüllschlauch, ein bis zwei Meter lang und mit Schlauchklemme
  • ein Raumthermometer
  • Ausreichend Bierflaschen zum Abfüllen (sagen wir 90 Stück für 30 Liter Bier?)
  • eine Flaschenreinigungsbürste

Hat er das alles beschaffen können, ohne in die Kriminalität abzudriften, kann er mit dem eigentlichen Bierbrauen beginnen.

Während die verwendeten Gerätschaften für alle Sorten und Rezepte gleich bleiben, trifft das auf die Zutaten nicht zu; ebensowenig auf die Brauweise. Verschiedene Bücher beschäftigen sich mit dem Thema und enthalten eine Vielfalt interessanter Rezepte.

Ein Riesenspaß.

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Autor: Steffen

Der Bierpreis wird um bis zu 40% steigen.

Der Deutsche Brauer-Verband hat am 8. November eine Erhöhung des Bierpreises um rund 40% innerhalb der nächsten fünf Jahre angekündigt. Zu diesem Schritt sehen die Brauereien sich aufgrund gestiegener Rohstoff- und Energiekosten gezwungen.

Weitere Rationalisierungsmaßnahmen seien, so erklärte Richard Weber, Präsident des DBB, den Beschäftigten nicht mehr zuzumuten; man sehe keine andere Möglichkeit, als die „Kosten an den Verbraucher weiterzugeben“.

Die Bierbrauer haben ohnehin seit Jahren mit einem sinkenden Absatz zu kämpfen, jetzt befürchten sie einen dramatischen Einschnitt – der durchschnittliche Preis für einen Kasten werde die 15-Euro-Marke demnächst überschreiten. Das Geschäft mit den populären Biermischgetränken könne den voraussichtlichen Verlust bei weitem nicht auffangen.

Inwiefern sich solche Befürchtungen bewahrheiten werden, bleibt abzuwarten. Immerhin ist der Bierpreis in Ländern wie Irland und Großbritannien schon seit Jahren deutlich über deutschem Niveau - den Biertrinkern scheint das nichts auszumachen.    [...mehr]


Autor: Steffen

Man stelle sich vor …

Ein Staat, in dem Bier das Grundnahrungsmittel Aller ist; wo Arbeiter, Beamte und Soldaten mit Bier entlohnt werden; wo man den Kindern Bier zu trinken gibt, den Toten legt man es in den Sarg, damit es sie auch in der Nachwelt nicht dürstet … Das Brauen unterliegt staatlichem Monopol, damit das Bier günstig bleibt; Wirte, die gepanschtes Bier ausschenken, werden streng bestraft …

Wunschdenken? Stammtischphantasien?

Mitnichten: So lebte man im Ägypten des 17. Jahrhunderts vor Christus.

Natürlich habe ich, um der Rhetorik willen, die Daten ein wenig angepasst – so darf man das Wort „Arbeiter“ durch „Sklaven“ ersetzen, und „streng bestraft“ meint den Tod in verschiedenen Varianten der Grausamkeit. Gut davongekommen war ein Wirt, den man in seinem eigenen Gepanschten ersäufte.

Es war ein langer Weg …

Biergeschichte

Erfunden worden ist das Bier aber noch viel früher. Im mesopotamischen Raum scheint es schon im 35. Jahrhundert vor unserer Zeit beliebt gewesen zu sein; man hat Abbildungen bierseliger Sumerer aus dem 30. Jahrhundert gefunden, und im berüchtigten Babylon waren immerhin 20 Sorten im Umlauf.

Von den Germanen ist der Biergenuss im 16. Jahrhundert vor Christus bekannt. Nun hatten die Germanen aber wenig Kontakt mit dem vorrömischen Babylonien – man geht daher davon aus, dass das Bier in der Geschichte der Menschheit gleich mehrfach erfunden worden ist. Die Gärungsprozesse in feuchtem Brot mögen den Anstoß gegeben haben.

Der römische Historiker Tacitus räumt in seiner Germania ein, die rauen Nordmänner hielten zwar Hunger und Kälte aus, nicht aber Durst. Im römischen Imperium dagegen wurde, obwohl das Bier zu Hochzeiten durchaus populär war, lieber Wein getrunken.

Im Mittelalter war Bier wiederum Grundnahrungsmittel, auch für Kinder, da der Alkoholgehalt geringer war als heute. Dennoch lebten die Menschen, bei einem täglichen Konsum von ein bis drei Litern, wohl jahrhundertelang in einem konstanten Rausch. Einen „Rausch der Nüchternheit“ bejubelte Voltaire erst im 18. Jahrhundert, als der Kaffee eingeführt wurde. Bemerkenswerterweise wurde erst jetzt die Mathematik so richtig kompliziert.

Die Neuzeit hat den Biergenuss in einem gewissen Rahmen kultiviert. So erließ Wilhelm IV. 1516 das berühmte Reinheitsgebot, an das sich heute freilich kaum jemand hält, und im 19. Jahrhundert erfand Josef Groll das bekömmliche Pils.

Mit Vergnügen trinke ich Bier. (Friedrich Schiller)

Vom Bürgerkrieg

Seit dem frühen Mittelalter lässt sich beobachten, dass steigende Bierpreise zu Unruhen in der Bevölkerung führen können. Die sogenannte „Salvatorschlacht“ von 1888 soll beispielsweise aus Empörung über die Wucherpreise der Schankwirte ausgebrochen sein.

Nun haben die Bierbrauer am 8. November 2007 verkündet, dass der Bierpreis in Deutschland nicht haltbar sei; vielmehr innerhalb der nächsten fünf Jahre um bis zu 40% steigen werde…

Ob es zum Bürgerkrieg kommt, zu Palisadenkämpfen und Standrecht, weiß ich nicht; fest steht, dass eines der Lieblingsgetränke der Deutschen gerade harten Zeiten entgegensieht …    [...mehr]