Beiträge vom: Oktober, 2007

Autor: Steffen

Eine Brauerausbildung braucht Ihr schon mal nicht, nur ein bisschen Geduld und Zeit.
Früher, als sich größere Höfe und kleinere Gemeinden selbst mit dem Lebensnotwendigen versorgen mussten, und das Bier noch nicht besonders haltbar war, war das brauen kleinerer Mengen für Feiern oder für den Hausgebrauch durchaus üblich. Durch sogenannte “Bierkits” hat sich das Hausbrauen heute in Deutschland wieder verbreitet und genießt sogar in Kennerkreisen einen Kultstatus.

Ein paar rechtliche Sachen: Die Freigrenze liegt bei 200 Liter, das bedeutet, dass jeder 200 Liter Bier pro Jahr steuerfrei herstellen darf. Schon mal gar nicht so schlecht! Diese 200 Liter sind aber nur zum Eigenbedarf gedacht bestimmt, sonst wären zudem auch die lebensmittelrechtlichen Bestimmungen zu beachten.

Für den Einstieg sind die Bierkits sehr zu empfehlen, denn sie ersparen die Herstellung der Würze, die als Würzekonzentrat für die meisten gängigen Biersorten erhältlich ist. Ein Bierkit besteht aus einer Dose mit Hopfen-Malz-Extrakt, welcher eine Konsistenz ähnlich wie Honig hat. Aus 1,7 kg Extrakt kann man ca. 23 Liter Bier herstellen. In England, Australien oder Neuseeland sind diese Bierkits schon seit Jahren in jedem Supermarkt zu kaufen. Aber auch hier in Deutschland kann man sie Dank dem Internet bekommen.

Nun zum Eingemachten. Der Hopfen-Malz-Extrakt wird mit warmem Wasser angerührt. Je nach Rezeptur wird Zucker hinzugefügt und dann wird mit kaltem Wasser aufgefüllt. Zum Schluss kommt noch die Trockenhefe dazu und fertig! Na ja , nicht ganz…. Jetzt kommt die Geduldsprobe für den Heimbrauer. Nach 1,5 Wochen wird der Sud in Flaschen abgefüllt, um eine bessere Flaschengärung zu erreichen, kann vorher noch ein bisschen Zucker in die Flaschen gegeben werden. Nach 6-8 Wochen erneutem Warten und bangen ist das BIER trinkfertig.

Viel Spaß beim Ausprobieren!    [...mehr]


Autor: Steffen

Das durch 1516 in Bayern landesweit eingeführte Reinheitsgebot regelte damals, dass nur Hopfen, Malz und Wasser in unser liebes Bier kommt. Bis heute ist es für Bier, gebraut “nach deutschem Reinheitsgebot”, verbindlich, auch innerhalb der EU ist es als “traditionelles Lebensmittel” geschützt. Dass bedeutet ob Ale, Altbier, Berliner Weiße, Kölsch, Steinbier, Weizenbier, Bock, Dunkles, Helles, Lager, Pils, Zwickelbier…. Was ist drin? Wenn es nach dem Reinheitsgebot gebraut ist , Hopfen + Malz + Wasser = Bierbauch.
Oder doch nicht richtig?

Also zum Ergebnis Bierbauch…. Nein nicht korrekt! Dieser Entsteht nicht, wie oft angenommen, vom Bier, sondern mehr vom immer größer werdenden Hunger, der uns dann dazu treibt nach einigen Bieren eine schön fettige Mahlzeit zu mampfen. Mehr dazu aber an anderer Stelle.

Und zurück zum Reinheitsgebot: Hopfen, Malz und Wasser, ist das denn wenigstens richtig?

Nein! Denn wenn man beispielsweise die bayrischen Weißbierbrauereien nimmt, die mit dem Spruch „streng getreu dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516“ (übrigens rechtlich legitim) werben… kann man eindeutig sagen…. Nee, in dem Bier muss mehr drin sein als nur Hopfen Malz und Wasser. Denn kein Bier kommt ohne die Zugabe von Hefekulturen aus, kein Weizenbier kommt ohne mindestens 50 Prozent Weizenmalz aus!

Was steckt denn nun eigentlich hinter dem deutschen Reinheitsgebot?
Dazu sollte man sich das Biersteuergesetz von 1952 BGBl. I, Nr. 12 S. 149-152 ansehen.
Dann wird man vielleicht schlauer, ich aber in diesem Falle nicht.
Was ich definitiv weiß ist, dass das Bundesverwaltungsgericht am 24.02.2005 mit einem Urteil festgestellt hat, dass „Bier“ als solches vertrieben werden darf, auch wenn es mehr als 4 Zusatzstoffe und somit eine Abweichung vom Reinheitsgebot von 1516 aufweist. Und damit hat es an sich nur festgestellt, was schon bisher üblich war.
Somit Prost auf das „deutsche Reinheitsgebot“ und wech mit dem Scheiß!



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Autor: Steffen

Ein Bier, dass nur durch seinen leicht säuerlichen Geschmack den süßen Schuss bekam. Dieser typische Geschmack kommt durch die bei der Vergärung zugegebenen Milchsäurebakterien zustande, die zusammen mit der Hefe das Weissbier reifen lassen.

Zu finden ist die Berliner Spezialität vor allem im Sommer in und um Berlin, wo es auch nur gebraut werden darf, da die Bezeichnung “Berliner Weisse” markenrechtlich geschützt ist. Getrunken wird es aus einem breiten Kelch mit unten Fuß und oben Strohhalm. Das Glas soll auf eine alte Form eines sehr großen zylinderförmigen “Klauenglases” zurückgehen, dass allerdings über zwei Liter fassen konnte und selbst rund anderthalb Kilo wog.

Im 19. Jahrhundert wurde die Berliner Weisse noch pur getrunken, mit einem klaren Schnaps wurde nachgespült, genannt wurde das “Weisse mit Strippe”. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts soll sich die Aromatisierung mit Kräutern eingebürgert haben, unter anderem mit Waldmeister. Heute trinkt man sie mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup. Daher kann man eine Berliner Weisse auch „rot“ bzw. „grün“ bestellen. Durch den mit Sicherheit im Glas befindlichem Strohhalm saugt man sich dann ca. 2,8 % Volumenanteil Alkohol ins Blut.
Und somit zum Schluss… Viel Spaß beim “Berlin saugen”.

Berliner Weisse

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Autor: Steffen

Das “Alt” ist überwiegend am Niederrhein und speziell in der Alt-Hochburg Düsseldorf zu genießen.
Altbier ist ein Vollbier und hat ca. 4,8 % Volumenanteil Alkohol, die Farbe ist dunkel bis Bernstein, die durch höhere Anteile an dunkleren Malzsorten erreicht wird.

Nun zum spaßigen Teil… getrunken wird es aus kurzen gedrungenen 0,2l- Gläsern oder aus Altbierpokalen. Für mich persönlich heißt das, doppelte wenn nicht dreifache Zielanpeilung der Bar durch zu kleines Glass…. eindeutig zu hoch!

Die Trinktemperatur sollte zwischen 8 bis 10 Grad liegen. Das hört sich wiederum gut an, wenn man daran denkt, ein kaltes Altbier in der heißen Sommersonne zu schlürfen, auch wenn man jedes Mal auf dem Weg zur Beachbar das gerade getrunkene 0,2l Altbier wieder zur Hälfte ausschwitzt ;-)

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