Zwickel – Das ungefilterte Bier aus dem Fasshahn

Zwickel-Bier ist auch bekannt unter den Namen Kellerbier oder Zoigl. Das frische, naturtrübe Bräu kommt direkt vom Fass, und hat besonders viele Anhänger in Franken. Aber auch in den übrigen Teilen Deutschlands finden sich Fans des ursprünglichen Gerstensafts.

Wie der Name schon sagt, war das Zwickel früher die Probe, die vor dem Filtern des Fasses vom Braumeister entnommen wurde. Es scheint so gut geschmeckt zu haben, das es seit geraumer Zeit auch in Flaschen gefüllt seine Abnehmer findet. Das Zwickel unterscheidet sich von ähnlichen Kellerbieren in einigen Punkten. Es ist mit meistens um die 5% Alkohol leichter und hat eine geringere Hopfen-Note.

Zwickel – Wo kommt’s her?

Das Zwickel stammt, ebenso wie das Kellerbier, aus kleinen Klosterbrauereien in Franken. Hier sollte man es auch am besten probieren, vor allem weil es ausserhalb von Bayern sowieso schwer zu bekommen ist. Einmal in Flaschen abgefüllt hält es sich das edle Stöffchen nämlich nicht besonders lang, da es naturtrüb und nicht pasteurisiert ist.

Die Säure im Hopfen hilft zwar ein bisschen bei der Konservierung, aber Zwickel-Flaschen sollten nicht lange im Regal versauern, sondern möglichst bald ihren Weg ins Glas finden. Hat ja auch sein Gutes.

Wo liegt der Unterschied zum Kellerbier?

Auch wenn die beiden naturtrüben Gebräue häufig in einem Atemzug genannt werden, gibt es doch einen nennenswerten Unterschied im Brauprozess. Die Reifefässer mit Zwickel werden kurz vor dem Ende der Fermentationgespundet„, dass heisst es wird ein Gegendruck aufgebaut, der die Kohlensäure im Fass hält.

Das Resultat ist ein schäumendes, naturtrübes Bier mit cremigem Schaum, das zudem noch leicht bekömmlich ist. Positiv zu vermerken sind auch die vielen Vitamine und Mineralstoffe, die keinerlei Filterung zum Opfer gefallen sind. Der Geschmack erinnert schon fast an ein Export, jedoch akzentuiert durch eine feine malzige Note.

Kurzum, ein ursprüngliches Zwickel gehört zu den Biersorten, die jeder enthusiastische Freund der einheimischen Bierkultur einmal probiert haben sollte, am besten natürlich im Keller und direkt aus dem Zapfhahn.