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Skandal! Amerikaner brauen Kölsch!

Dem Kölner von heute bleibt aber auch kein Schicksalsschlag erspart. Das Onlineportal der Rundschau brachte nun den neuesten Teil des Dramas. Amerikaner plagiatisieren ihr helles Obergäriges. Dürfen die dat? Berechtigte Frage.

„Einfach unser Bier brauen?“, fragt die Rundschau. Dabei gibt’s nur hier lecker wat zu trinken. Nicht da drüben.
Überhaupt. Man fährt doch nicht nach Amerika um da Kölsch zu trinken! Das ist zwar, wie schon erkannt, lecker, aber dann reicht doch auch Balkonien.
Zudem ist das doch geschützt! Regionale Spezialität und so! Gibt’s doch auch mit anderen Bieren! Und Lachssorten! Und Champagner!

Blöd nur, daß dieses Copyright nur innerhalb der EU gilt. Den Ami schert das nicht.
„Colorado Kölsch – German-Style Ale“ wird da munter hergestellt.
Und? Schmeckt’s?
Darüber verliert der Artikel kein Wort. Lässt immerhin tief in die verletzte Seele Blicken.

Zum Glück nehmen’s die Kölner sportlich. Ist des Meisters größtes Kompliment doch immer noch das Plagiat, nicht wahr?
Zudem ist es für angemessenen Pathos ob der gestohlenen Spezialität ohnehin schon seit längerem zu spät.
Fun Fact: Blumenau. Eine Kolonie deutscher Einwanderer in BRASILIEN. Wird seit jeher Kölsch gebraut. „Eisenbahn-Kölsch“. Eisenbahn heißt übrigens die Brauerei.
Wird zu Austern, Hummern und Räucherlachs empfohlen.
Na denn, Prost.

Und das deutsche Kölsch? Das bleibt wenigstens in der EU Kölsch. Wehe, ein Italiener würde das versuchen.
Oder, wie der Artikel eröffnet, ein Engländer.
Bei seinem Bier, da kennt der Kraut keinen Spass. 😀

Comments

  • Laurent Mousson

    Written on 19. Dezember 2009

    Naja, die Amis brauen schon sogenannte Kölschbiere seit zwanzig Jahren oder so, wo waren die Kölner medien in diese Zeit ? ;o)))

    Dise US-Kölsche schmecken abersehr selten wie Kölsch. In August habe ich eine Kolleging aus Boston, die eine echte Bierliebhaberin ist, rund um Köln, und sie war einfach überrascht das Kölsch vom Fass so leicht und süffig aber trotzdem sehr Geschmackvoll war. Die richtige verwending von edlen deutschen Hopfensorten, besonders bei Päffgen, hatte sie übrigens auch sehr beeindruckt.

    Italen ? Kölsch gibt es schon seit langem dort, nur heisst es nivht Kölsch. Aber genau das sind Biere wie das Rodersch von Bi-Du in Rodero oder das Montestella vom Birrificio Italiano in Mailand.