Die Kunst, sich ein Bier zu holen

Gelbliche Unterwäsche, blässlicher, haariger Bauch, ein Fußballspiel in der Glotze und in der Hand eine sich dem Ende zuneigende Dose. „Schatz, hol’ma ’n neues Bier!“

Wenn wir dieses Gemälde zuende bringen, ist die Frau weder sonderlich intelligent noch selbstständig und huscht sogar mit Freuden, um ihrem feudalen Hausherrn dienstbar zu sein.
Gleich, nachdem sie ihm die splitternden, gelben Zehennägel geschnitten hat.

Genug Brechreiz oder zu Tode geschlagene Altklischees, die schon nicht mehr lustig waren als Opa noch gelebt hat? Sehr gut! Widmen wir uns nun der Moderne.
Der Kerl von heute ist natürlich emanzipiert und selbstversorgend. Und damit rede ich nicht von der rechten, gegebenenfalls linken Hand.

[youtube 9oUWCLBKK3E]
(Vorspulen bis 0:37, um das Gelaber zu überspringen und gleich zum Dosenbier zu kommen)

Natürlich steckt nicht jeder 150 Stunden Arbeit in einen Roboterarm samt Ladevorrichtung, um sich ein paar Dosen Bier durch die Wohnung schmeißen zu lassen.
Beinhaltet natürlich auch eine Prise Klischee. Handwerkliche und viel zu aufwendige Techniklösungen zum Weißbier einschenken beeinflussen das Penisempfinden eines Mannes des 21. Jahrhunderts nicht mehr!

Stattdessen wird lieber in Brüderlichkeit und Solidarität das Problem des Bierholens gelöst. Hilfe erhält man hierbei manchmal aus den unerwartetsten Regionen. Zum Beispiel von Programmierern die Features in ihren Telefonanlagen verstecken.

Ab sofort braucht der primitive Feudalherr also nicht mehr durch das ganze Haus zu brüllen, das dumme Weibchen benötigt nur einen Piepser mit Textunterstützung. Oder ’ne WG.

Evolution im Wohnzimmer!

(Der Rest von uns geht einfach während der Werbung. Für das dekadente, unfiltrierte, handwerklich gebraute Bockbier von einer Privatbrauerei aus den peruanischen Anden, das man für 62 Euro die Kiste importiert hat.)

Fazit? Die Problematik, das sich im Kühlschrank befindliche Bier in die Nähe seiner Hand zu bewegen statt umgekehrt, ist weitverbreitet, die Solidarität unter Biertrinkern findet man an den unverhofftesten Orten und nicht jedes Männer- und Frauenklischee ist lustig. 😀