Bier und Sport

Schweißtreibende Aktivität erhöht den Durst. Was dem Körper beim Sport verloren geht, sind in erster Linie Elektrolyte und Flüssigkeit, die hinterher wieder aufgefüllt werden müssen. Doch welcher Art die besten Erfrischungen für Athleten sind, ist ein wissenschaftliches Thema für sich.

Neu, und für viele Hobbyathleten erfreulich, ist die Entdeckung von Bierprofessor und Marathonläufer Alexander Jäger, der gemeinsam mit dem Mannschaftsarzt des britischen Olympischen Komitees, Ron Maughan, eine Lanze für ein kühles Blondes nach dem Sport bricht. Vor allem die von den beiden Akademikern untersuchten naturtrüben alkoholfreien Weizenbiere konnten mit den bei Sportlern beliebten Elektrolytgetränken mühelos mithalten. Fast alle der Biere sind isotonisch und somit hervorragend geeignet, dem Körper die notwendigen Mineralstoffe wieder zuzuführen. Isotonische Getränke haben die gleiche Konzentration an gelöstem Zucker und Mineralstoffen wie das menschliche Blut und können daher schneller aus dem Darm aufgenommen werden.

Wer also statt zu einer Fruchtschorle lieber zum Bier greift, kann das unbesorgt tun. Nur der Salzhaushalt wird damit noch nicht wieder ausgeglichen, aber nicht umsonst sind zum Weißbier und seinen Verwandten Brezeln und andere salzige Knabbereien schon fast traditionelle Ergänzungen.

Dem Getränk aus Hopfen, Malz oder Weizen, das vermutlich schon im antiken Ägypten durch vergärtes Brot hergestellt wurde, werden seit langem noch ganz andere gesundheitliche Vorteile zugesprochen.

Das liegt zum einen an den mehr als tausend Nährstoffen, darunter Kalium, Natrium und Magnesium, Vitamin B2 und B6 und das ausschließlich in Hopfen vorkommende Pflanzenpolyphenol Xanthohumol. Dieser Stoff soll dabei helfen, Krebszellen in ihrer Entstehung und Entwicklung zu blockieren. Außerdem soll Xanthohumol die Nervenzellen im Gehirn schützen und so möglicherweise auch den Verlauf von Krankheiten wie Demenz und Parkinson bremsen.

In einer Studie an der Universität von Scranton in den USA wurden bei Studienteilnehmern höhere HDL-Cholesterinspiegel im Blut festgestellt, was sich positiv auf die Blutgerinnung auswirkt und so das Herzinfarktrisiko mindern kann. Den männlichen Teilnehmern der Studie wurden täglich 0,66 Liter Bier serviert, die Frauen bekamen 0,33 Liter.

Deutsche trinken im Schnitt pro Kopf rund 100 Liter Bier pro Jahr, was mit diesen Gesundheitsempfehlungen durchaus im Einklang steht.

Allerdings führt ein Übermaß zu gegenteiligen Wirkungen, aber viele der positiven Effekte sind auch mit gemäßigtem Biergenuss und mit alkoholfreien Sorten zu erreichen.

Was den Flüssigkeitsverlust durch den vermehrten Gang zur Toilette anbelangt, können Sportler unbesorgt sein. Von einem halben Liter Bier bleiben auch dann rund 400 Milliliter übrig, die den Flüssigkeitshaushalt wieder ausgleichen. Die Kalorien – rund 200 sind es pro halbem Liter – sind im Regelfall schon vorher durch die körperliche Betätigung verbrannt worden. Wer sich wegen des salzigen Knabberzeugs Gedanken um sein Gewicht macht, kann auf baldige Abhilfe hoffen. Der Bierprofessor und der britische Mediziner sind dabei, ein natriumreiches Bier für Sportler zu entwickeln, dass alles enthält, was der Körper braucht, ohne salzig zu schmecken.

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