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Alkoholfreies Bier wirklich alkoholfrei?

„Alkoholfreies“ Bier ist nicht tatsächlich frei von Alkohol: Bis zu 0,5 Prozent können noch enthalten sein, ohne dass der Gesetzgeber dies zu beanstanden hätte.

Wie jedes andere Bier wird auch das alkoholfreie nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut. Also aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser.
Während des Brauprozess vergären diese Rohstoffe und es bildet sich auf natürlichem Wege Alkohol.

Um diesen Alkoholgehalt anschließend so weit wie möglich zu reduzieren, haben die Bierbrauer zwei unterschiedliche Verfahren entwickelt.

Bei der ersten Möglichkeit wird die Bildung von Alkohol während des Gärprozesses eingedämmt:
Während der Gärung reagiert die Hefe mit dem Malzzucker in der Bierwürze. Es entstehen Alkohol und Kohlendioxid. Aber die Hefe reagiert nur mit bestimmten Zuckermolekülen: Mehrkettige Zucker kann sie nicht zu Alkohol umwandeln. Der Prozess wird dementsprechend gesteuert, dass die Bierwürze hauptsächlich mehrkettige Zucker enthält. So entsteht fast kein Alkohol. Durch eine niedrige Temperatur läuft der Brauprozess langsamer ab. Spätestens bei 0,5 Prozent Alkoholanteil wird die Gärung dann gestoppt.

Die zweite Möglichkeit, alkoholfreies Bier zu gewinnen, sieht vor, dass der Alkohol dem Bier nach abgeschlossenem Brauvorgang wieder entzogen wird:
Das geschieht entweder durch Herausfiltern oder Herausdestillieren.
Beim Herausfiltern wird das Bier über eine dünne halbdurchlässige Membran an Wasser vorbei geleitet. Diese Membran ist nur durchlässig für kleine Teilchen wie Alkohol.
Durch einen Druck von 30 bis 40 Bar wandern Alkohol und Wasser durch die Membran. Das verlorene Wasser wird wieder zurück geleitet. Da Alkohol einen niedrigeren Siedepunkt hat als Wasser verdunstet es im „Vakuum-Destillations-Verdampfer“ bei Unterdruck schneller: Das Bier fängt bei niedrigen Temperaturen an zu sieden, zwischen 30 und 60 Grad Celsius C verdampft der Alkohol aus dem Bier und wird als Destillat aufgefangen.
Doch bei der Entalkoholisierung gehen Aromastoffe gehen verloren, die für den Geschmack entscheidend sind (was übrigens auch der Grund ist, weswegen vielen Leuten alkoholfreies Bier nicht schmeckt).

Deswegen werden die verschiedenen Verfahren zur Herstellung eines alkoholfreien Bieres oft kombiniert. So bleibt zur geschmacklichen Abrundung der Restalkohol von 0,5 Prozent Bier zurück.

Eine neuartige Hefe kann den Alkoholgehalt von Bier künftig schon beim Brauprozess um knapp ein Drittel senken. Forscher der Technischen Universität Berlin entwickelte dazu eine enzymveränderte Hefe. Sie biete eine Alternative zu den herkömmlichen Herstellungsverfahren von alkoholfreien Getränken, hieß es.

Alkoholfreies Bier hat nur 30 Kalorien pro 100 Milliliter, somit ist es also ideal für alle, die auf die schlanke Linie achten wollen oder für die, die nach dem Genuß nochmal ans Steuer eines Fahrzeugs müssen.

Hat der vorhandene Restalkohol eine physiologische Wirkung im Körper?
Die Experten sagen: nein. Man müsste nicht nur riesige Mengen trinken, um rechnerisch auf einen bedenklichen Wert zu kommen. Alkohol wird auch ganz routinemäßig von den Mikroorganismen in unserem Darm produziert, sodass die geringe Konzentration im alkoholfreien Bier da nicht viel ändert. Selbst für Leberkranke geht von dem Getränk keine Gefahr aus.

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