Beiträge vom: September, 2010

Autor: Thomas

Oft findet sie Erwähnung, allgegenwärtig ist sie ohnehin, doch die Beachtung, die man ihr entgegenbringt, ist lediglich marginal. Als Graue Eminenz im Hintergrund hält sie nicht nur alle Fäden in der Hand, sondern auch das Bier beisammen.

Maß BierWir reden natürlich von „Der Maß“.
Jene, wie sovieles bierbetreffende, hauptsächlich aus den Landen jenseits des Weißwurstäquators bekannte Trinkhilfe, wie sie gerade nun, in Zeiten des Oktoberfestes, wieder über alle Medien flattert.

Die Maß.

Geheiligtes Trinkgefäß der sanktenen Flüssigkeit aus Hopfen und Malz. Halleluja, Brüder und Schwestern.

Die Maß als Bierkrug. Dabei ist sie nicht DER Bierkrug. Sie ist EIN Bierkrug. Bierkrüge sind in ihrer Form, Farbe und Interpretation vielfältig wie die Menschen, die aus ihnen trinken.
Die Maß, aber, die Maß. Die kennt jeder.    [...mehr]


Autor: Thomas

Über das bayerische Oktoberfest kann man ja sagen, was man will. Verleugnen lässt sich nicht, daß es brummt. Also macht man wohl irgendwas richtig. Und wenn man nur den Hype geschickt reitet.

Wiesnattraktion

Seit einigen Jahrhunderten…

Natürlich darf man die Hauptattraktion des Oktoberfestes nicht vergessen, dutzendemale abgelichtet in allen auch nur irgendwie im entferntesten vorstellbaren Variationen.
Bier?
Ja, auch.
Brezeln?
Gar nicht mal so.
Bayerische Symbole?
Ach was!
Twittern?
Bißchen.
Junge, fesche Damen mit Bierkrügen in der Hand und dicken Möpsen samt offenherzigem Ausschnitt bis zu den Knien.
Das, meine Damen und Herren, ist die Wiesn.
Besser als jede BILD-Brust auf Seite 1.    [...mehr]


Autor: Thomas

Alte Sitten sterben nie. So ist es auch mit einer der ältesten und hartnäckigsten Legenden um den güldenen Gerstensaft. Sie will einfach nicht sterben. Dabei ist sie der größte Unsinn.

Männermöpse

Nein. Bier macht nicht dick.
Was soll an Bier dick machen? Ein Glas Bier hat weniger Kalorien als ein Glas Apfelsaft!
… also, Apfelsaft. Direkt gepresst oder zumindest 100% Fruchtsaft. Kein gefärbtes Wasser mit 20% Apfelsaftanteil aus Konzentrat. Ein Glas mit 80% Wasser und 20% Fruchtsaft hat dann wohl doch weniger Kalorien als ein Glas Bier.
Aber ich schweife ab.
Bier hat weniger Kalorien als Apfelsaft! Was soll daran dick machen?!

Natürlich schlägt ein Doppelbock mit 8% Alkohol mit mehr Kalorien zu Buche als eine alkoholfreie Hefe-Weiße. Aber mal ehrlich. Wer nicht selbst soweit denken kann, hat seine Männermöpse verdient.    [...mehr]


Autor: Thomas

Wenige Dinge aus der Welt des Bieres haben einen so tiefen, emotionalen Einfluß auf den Konsumenten wie der Anblick von zweihundert gestapelte Kisten voll mit Bier.

Bierkisten, FrontansichtWer eine erwachsene Person vor Glück und Rührung weinen sehen will, stelle sie einfach vor einen Berg gefüllter Kästen und lasse sie alleine.
Oder stellt sie vor einen Laster mit 24 Tonnen Bier.

Doch woher kommen die kleinen Kisten voller Schönheit eigentlich?
Was ist ihre Geschichte?
Und wohin werden sie eines Tages gehen?

… waren früher aus Holz, sind seit ~1950 aus Plastik, präzise, HDPE.

Okay, das war jetzt ein bißchen unspektakulär. Wären sie auf dem Oktoberfest erfunden worden, wäre das wenigstens eine saisongemäße Anekdote, aber so?

Bier-, beziehungsweise Getränkekisten sind jetzt nun auch nichts besonders anderes als normale Kisten. Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren und man barfuß durch den Schnee beidseitig bergauf zur Schule gehen musste, während man einhändig nur mit einem Stock bewaffnet Wölfe abwehrte, seine sieben kleinen Geschwister huckepack trug und nicht vergessen durfte rechtzeitig daheim zu sein, um die um drei Uhr Nachts begonnene Feldarbeit zuende zu bringen, ja damals, da gab es die Unterfamilie der Getränkekisten noch gar nicht.
Da waren das halt…Kisten.
Hölzern.
Manchmal auch metallen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Viele Namen trägt der Ort, wo unsere Herzen höher schlagen. Denn Heimat ist dort, wo das Herz ist, nicht wahr?

GetränkemarktLeuchtende Gesichter, glänzende Augen – der Stoff, aus dem die Träume sind.
Wer erwachsene, tätowierte, haarige, harte Männer in Lederjacken glücklicher sehen will als ein Kind im Spielzeugladen, der geht mit ihnen in einen gut sortierten Getränkemarkt mit 400+ Biersorten und holt sie später wieder ab.

Dabei sind megalomanische Zahlen gar nicht notwendig. Selbst die winzigsten Läden kommen auf einige Alkoholfreie, ein paar Dunkle, Helle und ein Pils oder zwei. Und zwanzig sind in der Regel schon normal.
Und was braucht man mehr um glücklich zu sein, als sein geschätztes Lieblingsbier mit, vielleicht, mal einem Saisonbier zur Abwechslung?    [...mehr]


Autor: Thomas

Im Laufe der Woche werde ich mich in einem Getränkeladen einfinden müssen, mir von Hand einige Kästen Bier zusammenzustellen. Die räume ich dann auf die Seite und lasse sie mir vor die Wohnungstür liefern.

Es sei denn, man wohnt in Chile. Da hat man eine 20-Meter-Wand an Biersorten schon allein im Supermarkt.

Zusammenstellen werde ich die in einem kleinen Getränkeladen freundlich wirkenden Dame, deren Freundlichkeit irgendwie nicht ausreichend authentisch wirkt. Deren Mitarbeiter den Mangel allerdings umso natürlicher sind.

Zusammenstellen muss ich sie, weil ich gerne verschiedene Biersorten zu Hause habe. Eine Auswahl. Wegen der Möglichkeit zu entscheiden, ob ich jetzt lieber ein Märzen trinke oder ein Naturtrübes (lies: ohne Filter) oder doch das dunkle Weißbier? Steht mir der Sinn nach etwas würzigem, wie dem stets verlockendem Schwarzbier, oder eher etwas milderem, süffigerem, wie dem Eisbier?

Wohl jenen, die sich einfach auf Vorrat fünf Kästen ihres Traditionsbiers bestellen und glücklich sind. Unvergleichlich weniger Aufwand. Vor allem, wenn man es sich liefern lässt. So ironisch, wie es klingen mag, aber: Entscheidet man sich für weniger Sorten, hat man eine viel größere Auswahl.    [...mehr]


Autor: Thomas

Wer den Schaden hat, …
Manchmal fällt der Spott allerdings aus. Stattdessen pinkelt einem das Schicksal gleich nochmal ans Bein. Nachdem es einem gerade ein Brett über den Schädel gezogen hat.

Südinsel, Neuseeland

Neuseeland. Der Siebte, Neunte, Zweitausendzehn. Vor kaum einer halben Woche erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,1 die südliche Insel des Landes.
Besonders betroffen: Die zweitgrößte Stadt Neuseelands. Christchurch.

In Christchurch: Ein Lagerhaus einer der größten Brauereien des Landes. Die allein versorgt die komplette Südinsel nahezu im Alleingang mit Becks, Guinness und Co. Inhalt ihrer Lagerhalle: Bier, Wein und Spirituosen. Der Zustand: Totalverlust.

Oh, the humanity!    [...mehr]


Autor: Thomas

Die Verzweiflung hat ein Ende! Halleluja! Preiset den Herrn! Nach Jahren des Wartens und Bangens ist die Erlösung nahe! Die Verwüstungen können heilen!

Da hat sich das Warten gelohnt.

Kennt ihr das auch? Ihr wollt aus Bier mit Cola eine Biermix mixen, und am Ende eures Versuches steht das Haus in Ruinen, ihr seid Vollwaise und NATO-Blauhelmtruppen haben das Gebiet weiträumig abgesperrt?
Diese Schreckensbilder gehören nun der Vergangenheit an! Denn ab sofort bietet Bitburger „Bitburger Cola!“

Hinter diesem Geniestreich werbestrategischer Namensgebung verbirgt sich die ebenso innovative wie unerwartete Kombination aus Bier und Cola!
Krass.

Henne Höper, Marketing Direktor von Bitburger, formuliert das Ganze so: „Maßstab und Motivation unseres Handelns sind die Wünsche unserer Kunden. Deshalb haben wir uns entschieden, nun auch einen klassischen Cola-Biermix unter der starken Dachmarke Bitburger“ etc pp, blah.    [...mehr]