Beiträge vom: Januar, 2008

Autor: Ariane

Alle Jahre wieder ist es soweit: Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) prämiert die qualitativ hochwertigsten Biere.

Voraussetzung für die Teilname am internationalen Wettbewerb ist, dass das Bier nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wird. Zehn Sachverständige überprüfen das Bier dann unter anderem auf Geschmack, Färbung und Haltbarkeit und auch darauf, wie schnell das flüssige Gold schal wird. Dafür werden zwei unterschiedlich alte Proben der gleichen Sorte bei der verdeckten Verköstigung angeboten.

“Zwischen der frischen und der älteren Probe darf es keine spürbare Abweichung geben. Reinheit des Geschmacks, Qualität der Bittere, Vollmundigkeit, Frische und Geschmacksstabilität sind die wesentlichen Kriterien nach denen untersucht wird”, so die DLG. Also mit anderen Worten, es wird ganz viel probiert und gekostet ;-)
Anschließend werden dann -je nach erreichter Punktzahl- bronzene, silberne und goldene DLG-Preise vergeben.

Unter den Gold-Preisträgern findet man dann auch so erstaunliches wie Pilsator aus der PET-Flasche und da zeigt sich dann wieder ganz deutlich, wie verschieden doch die Geschmäcker sind.

Pilsator

Die Jungs und Mädels von Biertest-Online sind da nämlich nicht so überzeugt, einen Testsieger genossen zu haben. Wer da natürlich ganz und gar anderer Meinung ist, dem empfehle ich das Pilsator-Sauf-Spiel. Liebe DLG: Hiermit bewerbe ich mich offiziell als Sachverständige für 2008! Sowas darf nicht nochmal passieren. Die Preisträger von 2007 findet man, hübsch sortiert, hier: DLG-Qualitätsbiere

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Autor: Ariane

Nach Einschätzung des deutschen Marktführers Radeberger werden die Umsätze 2008 deutlich sinken.

Dass das deutsche Bier deutlich teurer wird, haben wir ja mittlerweile schon erfahren. Da wundert es nicht wirklich, dass die deutschen Brauereien nun mit erheblichen Umsatzeinbußen rechnen. „2008 wird ein Schicksalsjahr der Auslese im deutschen Biermarkt. In diesem Jahr wird sich endgültig die Spreu vom Weizen trennen“, sagte Ulrich Kallmeyer, Chef der Radeberger-Unternehmensgruppe zur Lausitzer Rundschau.

Schon im vergangenen Jahr klagten viele Brauereien, beispielsweise die Bitburger Brauerei , über einen deutlichen Absatzrückgang. Aber nach dem enormen Umsatz im Fußball-WM-Jahr 2006 überraschte das wohl niemanden so wirklich. Dumm nur, dass der nasse Sommer 2007 und die Verteuerung etlicher anderer Dinge des täglichen Bedarfs dann noch dazu kamen. Und nicht zu vergessen der Trend zu Biermixgetränken, der keinesfalls den Verlust bei den klassischen Biersorten auffangen kann.

Nun noch die Preissteigerungen um durchschnittlich einen Euro pro Kasten Bier, dazu das allseits diskutierte Rauchverbot in Braustuben und Kneipen, von dem die Wirte befürchten, dass es die Gäste abschreckt - und das Horrorszenario ist perfekt.

Teures Bier ©KFM/Pixelio

Die Traditionsunternehmen unter den Brauereien befürchten nun einen „wahnsinnigen Aktionismus“ der Billiganbieter, die als einzige permanent ihren Umsatz erhöhen und sich auf die Zugkraft deutscher Discounter verlassen, in deren Regalen sie ihre Produkte meist in Plastikflaschen anbieten.Von den bestehenden Unternehmenskonzepten will dennoch keines der großen Brauereiunternehmen abweichen. Kein Werbekrieg mit dem Mitbewerber, keine Umstrukturierung der PR-Abteilungen und auch keine neue Zielgruppenorientierung. Vielmehr verlassen sich auch die Brauer auf das typisch deutsche Markenbewusstsein. Denn was bei Kleidung, Kosmetik und Autos funktioniert, funktioniert doch wohl auch beim Bier: der Name (und das Image) lockt den Kunden. Und was geht bei Bier schon über „Made in Germany“? Interessant dürften hingegen die Strategien der kleineren Brauereien werden. Biertourismus dürfte hier wohl erst der Anfang sein, um die Kunden zu locken.    [...mehr]


Autor: Steffen

Das Berliner Traditionsbier darf bei einem Hauptstadtbesuch natürlich nicht fehlen. In der wechselhaften Geschichte der Brauerei spiegelt sich das 20. Jahrhundert Deutschlands - im Guten wie im Schlechten.

Der “Goldjunge im Krug”

Die Brauerei, die später unter dem Namen “Berliner Kindl” berühmt werden sollte, wurde im Jahr 1872 als “Vereinsbrauerei Berliner Gastwirte zu Berlin AG” gegründet. Fünf Gastwirte und drei Investoren legten ihr Geld zusammen und kauften Grundstücke in Neukölln. Ihr Ziel war es, als erste Berliner Brauerei ein untergäriges Bier herzustellen.

Nach knapp fünfzehn Jahren erreichte die Vereinsbrauerei immerhin die ansehnliche Jahresmenge von 100.000 Hektolitern Bier; und in den 90ern entschied man sich, ein untergäriges Spezialbier “nach bayerisch-münchener Art” zu entwickeln - Das “Berliner Kindl” war geboren. Freilich nicht in der Form, wie man es heute kennt: Ursprünglich hatte das Gebräu 13% Volumenprozent Alkoholgehalt, was die modernen Starkbiere noch um einiges übertrifft. Unter damaligen Biersorten immerhin war es ein Novum.

Das Kindl kam an: Innerhalb kürzester Zeit konnte die Brauerei ihre Produktion verdoppeln. 1907 beschloss man, sich ein neues Logo zu geben. Zu diesem Anlass wurde ein Wettbewerb veranstaltet, als dessen Gewinner Georg Räder hervorging. Sein “Goldjunge im Krug” schmückt bis heute die Kindl-Flasche.

Aufgrund fehlender Arbeitskräfte und Rohstoffe sowie unverhältnismäßiger Preiswirtschaft ging der Absatz der Brauerei während des Ersten Weltkriegs deutlich zurück. Wenige Jahre später aber, als die Inflation in Deutschland ihren Höhepunkt erreichte, und schließlich mit Eintreten der Weltwirtschaftskrise, wuchs der Absatz beträchtlich - in wirtschaftlichen Krisenzeiten steigt der Alkoholkonsum.

Die Nazis machten die Brauerei zum “nationalsozialistischen Musterbetrieb”, doch unter dem Zweiten Weltkrieg litt das Unternehmen ungleich stärker als 1914-18. Ein Großteil der Mitarbeiter wurde zum Wehrdienst einberufen, Fahrzeuge beschlagnahmt. Behelfsweise fuhr die Straßenbahn das Bier aus.

Nach dem Krieg ließen die Sowjets große Anlagen der Brauerei abbauen und nach Russland verlagern; dementsprechend schleppend lief die Produktion mit improvisierten Gerätschaften wieder an. Zu Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 50er- und 60er-Jahren allerdings kam das angeschlagene Unternehmen wieder auf die Füße - und produziert seither eines der beliebtesten deutschen Biere.

Inzwischen ist die “Berliner Kindl”-Brauerei in die Oetker-Gruppe eingegliedert, und das Bier wird in Hohenschönhausen gebraut. Die ursprüngliche Brauerei in Neukölln steht unter Denkmalschutz, wird aber zurzeit nicht genutzt.    [...mehr]


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